Der Frieden ist mit dir, wenn du beginnst, die Abhängigkeit von Gott als Glück zu begreifen.

(unbekannt)


09.12.2008 | Gott von Angesicht zu Angesicht begegnen – der apc 2008

„face2face“ – von Angesicht zu Angesicht – das war das Thema des vierten „Austrian Prayer Congress“, der vom 6.-8. Dezember am Wiener Schulschiff „Bertha von Suttner“ stattfand. Aus ganz Österreich machten sich an die 800 Jugendliche auf, um ein Wochenende lang zu beten und ganz bewusst in Gottes Gegenwart zu kommen.

Brian Heasley, der auf Ibiza unter Suchtkranken arbeitet und einen wichtigen Teil der Gebetsbewegung 24/7 ausmacht, machte es sich in seinen hervorragenden Vorträgen zum Ziel die jungen Menschen zu ermutigen, Gott wirklich von Angesicht zu Angesicht zu begegnen. Diese Begegnung im Gebet sei für einen Christen so wichtig wie das Atmen und besitze die Kraft ihn und sein Umfeld zu verändern.

Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, die Impulse, die sie in den Vorträgen erhalten hatten, auch gleich umzusetzen und für sich selber anzuwenden. Die Lobpreiszeiten gaben Raum um ganz persönlich mit Gott in Kontakt zu treten, mehrere Teams standen rund um die Uhr zur Verfügung um Jugendliche seelsorgerisch zu betreuen, ihnen zuzuhören und mit ihnen zu beten. In Gesprächsgruppen wurde das Gehörte noch vertieft und offene Fragen konnten diskutiert werden.

Den Höhepunkt bildeten aber sicherlich die Gebetseinsätze in der Innenstadt. Sie bedeuteten für viele eine Herausforderung, wurden jedoch für die Meisten zu einer echten Bereicherung, schenkten wieder neue Begeisterung und ermutigten für die Rückkehr in den Alltag.

Zur Vorbereitung auf die Aktionen in Wien, bei denen auch dem Jahr 1938 gedacht wurde, kam der 82jährige Paul Back zu Wort, ein Jude, der die Zeit des Nationalsozialismus in Wien erlebt hat. Es ist kaum zu glauben, wie still es in der Halle voller energiegeladener junger Menschen wurde. Der Respekt und die Anerkennung dem Mann gegenüber, der so viel erleiden musste, war im Saal deutlich spürbar.

Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit zwischen verschiedenen Aktivitäten zu wählen. Jeder sollte sich seinen Gaben und Interessen entsprechend einem Team anschließen.

Einige verteilten sich an kulturell wichtigen Plätzen der Stadt (Universität, Bildungsministerium, Kulturzentren, Parlament....) um dort für die jeweiligen Bereiche zu beten. Andere spazierten zu historischen Gedenkstätten und gedachten der Judenverfolgung.

Eine speziell für die Aktion gemietete Straßenbahn fuhr rund um den Ring, gefüllt mit singenden und betenden Teilnehmern. Elena berichtete begeistert: „Voll genial, die Lobpreiszeit in der Straßenbahn! Wir sind einmal um den gesamten Ring gefahren bis zur Uni. So viele Menschen auf einem Fleck und alle haben laut Anbetungslieder für Gott gesungen - wirklich ein tolles Erlebnis. Man hat die Begeisterung für Gott spüren können.“

Andere kleinere Gruppen boten den Passanten an mit ihnen zu beten, oder ein Anliegen auf eine Karte zu schreiben und diese „Briefe an Gott“ in einen dafür vorgesehenen Briefkasten zu werfen. Die Briefe wurden dann am Abend unter den Teilnehmern verteilt, die für die Personen und ihre Situation beteten. Außerdem wurden im Vorfeld verpackte Bibeln als Geschenke verteilt.

Ein Team machte sich zum Karlsplatz auf, einem Ort, der in Wien als der Sammelplatz für Drogenabhängige und Obdachlose bekannt ist. Dort gingen die jungen Christen bewusst auf diese am Rand der Gesellschaft stehenden Menschen zu, zeigten ihnen durch ihr Verhalten Gottes Liebe, beteten mit ihnen und schenkten ihnen, wenn erwünscht, eine Bibel.

Sandra berichtete davon, wie sie eine betrunkene Frau nach Hause begleiten und ihr, die von sich sagte keine Hoffnung zu haben, von ihrer Hoffnung in Jesus Christus erzählen konnte.

Christine freute sich, dass sie mit jemandem auf der Straße beten durfte, der sein Leben Jesus übergeben wollte. Andere berichteten von beschenkten Obdachlosen, leuchtenden Augen und Tränen.

Doch nicht allen ging es bei ihrem Einsatz so gut. Einige Jugendliche erzählten auch von Ablehnung, harten Worten und Vorurteilen; von Leuten, die keine Geschenke annehmen wollten und denen der Gedanke zu beten absurd vorkam.

Brian Heasley erklärte, dass es genau das sei, was uns als Körper Christi ausmache: man geht gemeinsam durch gute und schwere Erlebnisse. Wenn sich einer freut, freuen sich alle und genauso leidet man auch gemeinsam.

Verbunden in Trauer war man auch mit Melanie Schmidt, der jungen Witwe von Richard, dem das Thema „face to face – Echt sein vor Gott“ so wichtig war. Trotz dieser schwierigen Zeit erklärte Melanie: „Ich war mir noch nie so sicher, dass ich einen guten Gott habe“ und betonte: „Diese Stadt und dieses Land brauchen unser Gebet.“

Damit schloss sie sich Heasley an, der immer wieder betonte: „Es beginnt auf den Knien in Gottes Gegenwart“ und endet mit den Füßen, die hinaus gehen um Gottes Liebe zu den Ungeliebten zu bringen und Hoffnung zu den Hoffnungslosen.