| 19.01.2012 | Christen begehen weltweiten Gedenktag anlässlich „70 Jahre Wannsee-Konferenz“ |
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Große deutsch-österreichische Delegation legt Kränze in Yad Vashem nieder 70 Vertreter von 30 evangelischen Kirchen, Freikirchen und christlichen Werken aus Deutschland und Österreich (davon neun Österreicher) nehmen heute und morgen an den Gedenkfeiern in Israel, anlässlich des 70. Jahrestages der berüchtigten Wannsee-Konferenz teil. Am 20. Januar 1942 beschlossen die Leiter der deutschen Reichsministerien in der Villa Wannsee vor den Toren Berlins die „Endlösung der Judenfrage“, d.h. die systematische Vernichtung aller Juden Europas. Initiator der Gedenk- und Begegnungsreise ist die Internationale Christliche Botschaft Jerusalem (englisch abgekürzt ICEJ, International Christian Embassy Jerusalem) mit Hauptsitz in Jerusalem. Die österreichische Zweigstelle befindet sich in St. Marien bei Linz. Höhepunkt des zweitägigen Programms in Jerusalem ist die zentrale Gedenkfeier mit Kranzniederlegungen in der Halle der Erinnerung in Yad Vashem am Freitag, bei der die jüdischen Opfer und Überlebenden des Holocaust geehrt werden. Im Anschluss finden Ansprachen des israelischen Informations- und Diasporaministers Juli Edelstein, des Propstes der Evangelischen Erlöserkirche in Jerusalem Dr. Uwe Gräbe, des deutschen ICEJ-Leiters Gottfried Bühler (Leonberg-Höfingen), des Leiters der Europäischen Pfingstbewegung Ingolf Ellßel sowie weiterer Würdenträger statt. Die Besucherdelegation aus Deutschland und Österreich wird zudem die Knesset (das israelische Parlament) besuchen, an einem Treffen im Oberrabbinat Israels teilnehmen und im Konferenzzentrum der Konrad-Adenauer-Stiftung gemeinsam mit 30 Holocaustüberlebenden einem Konzert des Kammerorchesters der Christlichen Musik und Kunstakademie (CMKA) aus Stuttgart beiwohnen.„Am 20. Jänner 1942 trafen sich in Wannsee nahe Berlin 15 hochrangige und großteils sehr gebildete Vertreter des damaligen nationalsozialistischen Regimes zu einer kurzen Konferenz, um die Vernichtung von elf Millionen Juden zu beschließen“, erklärt Karl Klanner, Leiter der ICEJ-Österreich. „Als Protokollführer und an vorderster Front bei der Vernichtung der Juden mit dabei: der aus Linz stammende Adolf Eichmann. Seine Person steht für die systematische Tötung von Millionen von Juden. Erst sehr spät – und dies auch oft halbherzig - wurde in Österreich die Frage nach der moralischen und politischen Verantwortung bei der Durchführung des Holocaust gestellt.“ Klanner wird mit weiteren acht Kirchen- und Gemeindevertretern aus Österreich in Israel mit dabei sein. „Der 20. Januar 1942 gehört zu den schlimmsten und beschämendsten Momenten der deutschen Geschichte”, erklärt der deutsche ICEJ-Leiter Gottfried Bühler. „Durch diese Gedenkveranstaltung wollen wir deutlich machen, dass eine große Anzahl von Christen in Deutschland und Österreich nach wie vor zur Verantwortung für unsere tragische Geschichte steht und sich dafür einsetzt, dass sich diese schrecklichen Ereignisse von vor 70 Jahren nicht noch einmal wiederholen.“ Die Delegation aus Deutschland und Österreich vertritt rund zehn Millionen Deutsche und Österreicher aus evangelischen Kirchen und Freikirchen. ICEJ-Österreich ist Partner der Österreichischen Evangelischen Allianz. |





