Wie ein Theaterstück ist das Leben, nicht wie lange, sondern wie gut es gespielt wurde,
darauf kommt es an.

Seneca


Religionsfreiheit
09.01.2008 | Verurteilte christliche Rechtsanwälte in Provinzlager verlegt: Haftverschärfung durch Isolierung – Hungerstreik wegen Wegnahme der Bibel

Thanh Hoa - Frankfurt (9. Januar 2008) – Als deutliche Haftverschärfung mit Isolierungsabsicht stuft die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) die am 3. Januar 2008 erfolgte Verlegung der beiden christlichen Rechtsanwälte Nguyen Van Dai und Le Thi Cong Nhan in Provinzlager weit außerhalb von Hanoi ein. Rechtsanwalt Dai befindet sich in dem „Lager Ba Sao“ in der Provinz Ha Nam (100 km von Hanoi) und Rechtsanwältin Cong Nhan in dem „Lager Nr. 5“ der Provinz Thanh Hoa (200 km von Hanoi). Im Berufungsverfahren im November 2007 waren die beiden christlichen Rechtsanwälte wegen „Propaganda gegen den sozialistischen Staat Vietnam“ zu vier Jahren bzw. drei Jahren Haft mit anschließendem vier- bzw. dreijährigem Hausarrest verurteilt worden. Durch die Verlegung ist es den Familien nicht mehr möglich, sie einmal wöchentlich mit Lebensmitteln zu versorgen und einmal monatlich zu besuchen, aber auch der Zugang internationaler Prozessbeobachter und der Presse ist damit ungemein erschwert worden.

Am frühen Morgen des 3. Januar 2008 wurden die beiden Rechtsanwälte aus Hanoi abtransportiert. Die Rechtsanwältin Le Thi Cong Nhan, die durch einen sechstägigen Hungerstreik sehr geschwächt ist, war nach Aussagen ihrer Mutter nicht verlegungsfähig. Frau Cong Nhan hatte mit dem Hungerstreik gegen die schlechte Versorgung in der Hanoier U-Haft, die zum Durchfall mehrerer Mitgefangenen geführt hatte, und gegen die feindliche Stimmung gegen sie, die durch die Wärter angestiftet wurde, protestiert. Sie teilte ihrer Mutter bei dem ersten Besuch im neuen Gefängnis am 7. Januar 2008 mit, dass sie während des Transports ohnmächtig geworden war. Nachdem man ihre Bibel bei der Ankunft im Lager 5 beschlagnahmt hatte, setzte sie ihren Hungerstreik auch im neuen Gefängnis fort. Nach Aussagen der Gefängnisverwaltung sei der Besitz von religiösen Schriften im Gefängnis nicht erlaubt. Die Bibel wurde ihr von dem Vorsitzenden der US Kommission für Internationale Religionsfreiheit (USCIRF) persönlich ausgehändigt, als er sie im November 2007 im Gefängnis in Hanoi besuchen konnte.

Die Haftbedingungen im Lager Nr. 5 sind laut Aussagen von Le Thi Cong Nhans Mutter miserabel. Politische Gefangene werden danach zusammen mit Kriminellen in einem Großraum untergebracht. Jeder Gefangener habe einen 2,2m x 0,8m großen Platz auf dem Schlafbank. Es gebe kein fließendes Wasser in diesem Lager. Wasser müsse jeder vom Brunnen holen. Frauen haben keinen geschlossenen Baderaum und müssen sich daher im Freien – auch im Winter - waschen.

Nguyen Van Dai befindet sich in dem nordvietnamesischen Lager Ba Sao, Provinz Nam Ha, wo auch der katholische Priester Nguyen Van Ly und zahlreiche ethnische Montagnards aus dem Süden einsitzen. Mehr Informationen finden Sie unter www.menschenrechte.de

 
21.02.07 | ATUELLES AUS DER "NEUES LEBEN GEMEINDE" IN MINSK

Das Gerichtsverfahren wird von den Behörden weiter verschleppt. Der Termin am 20. Februar fand nicht statt, da der Anwalt des Grundverwaltungsamts des Exekutivkomitees der Stadt Minsk, I. Kasperovich, angeblich nicht zu Gericht kommen konnte, weil sein Pass bei der Pass- und Visumsbehörde benötigt wurde und bei Gericht strenge Passkontrollen herrschen. Es waren aber zwei andere Vertreter des städtischen Exekutivkomitees anwesend, die dessen Interessen hätten vertreten können. Daher hat der Anwalt der Neues Leben Gemeinde Beschwerde eingereicht, da dieses Verhalten nach Ansicht der Gemeinde eine Missachtung des Gerichts darstellt. In dem Verfahren geht es um die rechtswidrige Enteignung ("Zwangskauf") des Gemeindehauses im letzten Sommer, die zu einem international beachteten Hungerstreik geführt hatte. Quelle: Homepage www.newlife.by/eng

 
17.02.2007 | VIETNAM VERFOLGT RECHTSANWALT, DER SICH FÜR CHRISTEN EINSETZT

Am 6. Februar gab die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch bekannt, dass dem auf Menschenrechte spezialisierten vietnamesischen Rechtsanwalt Nguyen van Dai ein Stipendium des Hellman-Hammet Fonds zugesprochen wird. Stipendien aus diesem Fonds kommen vor allem verfolgten Schriftstellern zugute.

Nguyen Van Dai ist einer der wenigen auf Menschenrechte spezialisierten Rechtsanwälte in Vietnam und einer der Gründer des Komitees für Menschenrechte in Vietnam, das 2006 ins Leben gerufen wurde. Er hat sich als Verteidiger für die meisten bedrängten protestantischen Gemeinden zur Verfügung gestellt. Unter anderem hat er dem Mennonitenprediger und ehemaligen politischen Gefangenen Nguyen Hong Quang vertreten. Er hat Artikel über Demokratie und Pressefreiheit verfasst und wurde im August 2006 festgenommen, als er gemeinsam mit weiteren Dissidenten plante, ein unabhängiges Bulletin ins Leben zu rufen. Er wurde mehrmals von der Polizei befragt und stand zeitweise unter Hausarrest.

VIETNAMS DISSIDENTEN BRAUCHEN UNSRE SOLIDARITÄT

Laut Human Rights Watch ist 2007 ein besonders wichtiges Jahr, um Dissidenten in Vietnam anzuerkennen. Die Demokratiebewegung ist kühner geworden, äußert sich deutlicher und tritt mehr an die Öffentlichkeit. Dadurch werden die Aktivisten allerdings auch verwundbarer für Repressalien der Regierung. Nur wenige Tage vor seiner Ehrung durch Human Rights Watch war Nguyen van Dai gemeinsam mit Le thi Cong Nhan in Dais Kanzlei festgenommen worden, weil er als Gastgeber für eine Diskussion über Menschenrechte auftrat. Die beiden wurden über das Wochenende festgehalten während die Polizei ihre Wohnungen und die Kanzlei durchsuchte. Die beiden hatten im Monat davor einen Kurs für Studenten abgehalten, in dem so weit bekannt ist erstmals Wissen über Menschenrechte öffentlich vermittelt wurde.

Am 5. Februar hatte das Onlinemagazin Jurnalo die Möglichkeit, ein Interview mit Le thi Cong Nhan zu führen. Sie erklärte: „Die Polizei beschuldigte uns der Verletzung von Artikel 88 des Strafgesetzbuches, wonach es verboten ist, sich zu organisieren, um die Regierung zu stürzen. Doch das ist nicht unser Ziel. Wir haben nur über Menschenrechte und Demokratie gesprochen. Nhan berichtete weiter, dass die Polizei bei dem Einsatz einen weiteren Dissidenten, Bach Ngoc Duong, ins Gesicht geschlagen und seine Brillen zerbrochen hatte. Ein Polizist meinte „Vietnam hat seine eigenen Menschenrechte, die von der Partei und der Regierung geregelt werden. Wir brauchen hier keine Menscherechte nach britischem oder amerikanischem Stil. Wenn ihr Menschenrechte internationalen Stils wollt, dann solltet ihr in diese Länder auswandern.“

Am 8. Februar schließlich mobilisierte die Regierung beim „Volkskomitee von Ward Bach Khoa“ etwa 200 Personen, alle etwa 60 - 80 Jahre alt, um ein „Volksgericht“ abzuhalten. Man nannte diesen Prozess „Volkskonferenz“. Dabei wurden etwa zwei ein halb Stunden lang Anschuldigungen gegen Rechtsanwalt Nguyen van Dai vorgebracht, die von Verstoß gegen Artikel 88 bis zu Landesverrat reichten. Dai wurde keine Gelegenheit gegeben, sich zu verteidigen. Man erklärte ihn für schuldig, forderte den Entzug seiner Zulassung als Rechtsanwalt, die Schließung seiner Kanzlei und beschloss, ein Strafverfahren gegen ihn einzuleiten. Die Sicherheitskräfte versuchten, Dai mit Gewalt und Drohungen zu zwingen, eine Erklärung zu unterschreiben. Dai erklärte: „Ihr könnt mich töten, aber ich werde das nie unterschreiben“. Am Ende gaben sie nach.

Quelle: WEA-RLC, Übersetzung: ÖEA

 
17.02.2007 | JEMEN – JUDEN BEDROHT – AUFSTAND DER SCHIITEN

Am 10. Januar erhielten 45 Juden aus Al Haid, Saada im Norden des Jemen Briefe einer schiitischen Rebellenmiliz. In diesen Briefen wurden sie beschuldigt, „das Laster zu fördern“ und aufgefordert, die Provinz zu verlassen. Wie die Zeitung „Yemen Observer“ berichtet, mussten die 45 Juden in Todesangst aus ihren Häusern fliehen. Ein ihnen freundlich gesinnter Scheich hat sie vorübergehend in einem Hotel untergebracht, wo sie unter sehr schlechten Bedingungen leben. Seither haben die Schiiten gedroht, das Hotel mit Bomben anzugreifen.

Der Yemen Observer berichtet: „Die meisten jemenitischen Juden wurden 1949-50 im Rahmen der Operation „Fliegender Teppich“ nach Israel ausgeflogen, nachdem 1948 die jüdischen Gemeinschaften in Aden durch moslemische Aufstände zerstört worden waren, bei denen 82 Menschen ums Leben kamen. 1948 gab es im Jemen ca. 63.000 Juden. Heute sind es nur noch ungefähr 400, die meisten von ihnen in Raida in der Provinz Amran.

Eine Kopie des Drohbriefs wurde an den Yemen Observer gefaxt. Der Text lautet: „Nach einer genauen Überwachung der Juden, die in Al Haid wohnen, ist uns klar geworden, dass sie Dinge tun, die vor allem dem Zionismus dienen, der die Menschen zu korrumpieren und sie von ihren Prinzipien, ihren Werten, ihrer Moral und Religion zu entfremden versucht und bestrebt ist, alle Arten von Lastern in die Gesellschaft zu bringen. Unsere Religion hat uns befohlen, die korrupten Menschen zu bekämpfen und zu vertreiben.“ Die Zeitung berichtet, dass der handschriftliche Brief mit den Worten schließt: „Allah ist größer. Tod Amerika. Tod Israel. Fluch den Juden und Sieg dem Islam“.

Dawud Jusef Musa, einer der vertriebenen Juden berichtet, dass die 45 Juden aufgefordert wurden, den Jemen innerhalb von 10 Tagen zu verlassen. Eine Woche nach dem Drohbrief wurde eine Gruppe von Juden, darunter Musa, von vier maskierten Männern bedroht, man würde sie „abschlachten“, wenn sie Al Salem nicht binnen 2 Tagen verlassen. Die Maskierten sagten, niemand würde sie beschützen, nicht einmal Staatspräsident Saleh. Weiters wurde den Juden gesagt, wenn sie ihre Häuser nicht innerhalb von 2 Tagen verließen, wären sie für die Konsequenzen selbst verantwortlich. Angedroht wurden für diesen Fall auch Entführungen und Plünderungen. Die Juden haben sich um Unterstützung an den Gouverneur der Provinz gewandt und darauf berufen, als Dhimmis den „Schutz des Propheten Mohammed und des Staatspräsidenten“ zu genießen.

DER AUFSTAND DER SCHIITEN

Bis Mai 1990 war der Jemen ein geteilter Staat. Im Nordjemen lebten etwa 60 % Schiiten und im Südjemen bildeten die Sunniten mit 99 % die überwiegende Mehrheit. Der Nordjemen wurde traditionell von schiitischen Imamen als absolute Monarchen regiert. 1962 wurde Imam Muhammad al-Badr durch einen Militärputsch gestürzt und es kam zum Bürgerkrieg, an dessen Ende der Nordjemen zur Arabischen Republik Jemen wurde. 1989 fasste das Parlament des Südjemen den Beschluss zur Einigung des Landes. Schiitische Mitglieder des nordjemenitischen Parlaments sprachen sich dagegen aus, da sie erkannten, dass durch die Vereinigung der beiden Staaten die Schiiten des Nordjemen nicht mehr die Bevölkerungsmehrheit, sondern eine Minderheit von 30 % bilden würden. Dennoch kam es zur Vereinigung der beiden Staaten. 2004 kam es zu einem Aufstand gegen die Regierung von Präsident Ali Abdullah Salih. Die schiitischen Rebellen wollten „den Islam schützen“ und waren vor allem gegen die Unterstützung der USA und ihres Kriegs gegen den Terror durch die jemenitische Regierung. An der Spitze des Aufstands stand ein schiitischer Geistlicher, Hussein al-Houthi, der Leiter einer Gruppe, die sich Al Shabab al-Moumin (die jungen Gläubigen) nannte. Die Regierung ging mit voller militärischer Stärke gegen die Rebellen vor. Auch Hussein al-Houthi kam bei den Kämpfen ums Leben.

2005 kam es zu weiteren Kämpfen, nachdem der Vater des getöteten Sunnitenführers Al-Houthi, die Kontrolle über die Kämpfer übernommen hatte. Am 27. Januar 2007 griffen schiitische Rebellen in der Provinz Sa’ada (wo es auch zu der Verfolgung der Juden gekommen ist), ein Gebäude der Sicherheitskräfte an. Dabei kamen 6 Soldaten ums Leben. Anfang Februar hat das Parlament ein Vorgehen mit voller militärischer Stärke gegen die Rebellen gebilligt. Der Jemen ist zweifellos ein reifes Feld für den Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten, in dem oft die zahlenmäßig unterlegenen Schiiten gegen Christen und Juden vorgehen, um den Hass der Sunniten von sich abzulenken, und die beiden Gruppen des Islams im Kampf gegen ihre gemeinsamen „Feinde“ zu einigen. Dazu zählen neben den Juden und Israel vor allem Christen und alle arabischen Regierungen, die mit den USA zusammenarbeiten. Deshalb bildet der in verschiedenen Teilen der islamischen Welt aufflammende Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten ein besonderes Gefahrenpotenzial für die in diesen Ländern lebenden christlichen und jüdischen Minderheiten.

Quelle: Kommission für Religionsfreiheit der WEA, Übersetzung: ÖEA

 
08.02.2007 | In sechs der schärfsten Christenverfolgungsstaaten gilt der Islam

Open Doors veröffentlicht neuen Weltverfolgungsindex zur Christenverfolgung
Nordkorea, Saudi-Arabien und der Iran wieder auf den ersten Plätzen

K E L K H E I M, 08. Februar 2007 – Die Länder, in denen Christen am schärfsten verfolgt werden, sind mehrheitlich Staaten, in denen der Islam die Religion der Mehrheitsbevölkerung ist. Das ergaben Forschungen des Hilfswerkes für verfolgte Christen, Open Doors (Kelkheim bei Frankfurt am Main), bei der Ermittlung des diesjährigen Weltverfolgungsindex. In sechs der ersten zehn Länder im Index ist der Islam teilweise Staatsreligion: Saudi-Arabien, Iran, Somalia, Malediven, Jemen und Afghanistan. Drei Länder werden von kommunistischen Regierungen geführt: Nordkorea, Vietnam und Laos. Bhutan ist das einzige buddhistisch geprägte Land unter den Spitzenreitern.

Die Länder, in den Christen am meisten verfolgt werden

Das Land, in dem Christen am schärfsten verfolgt werden, ist erneut Nordkorea, auf Platz 1. In kaum einem anderen Land gibt es so massive Verstöße gegen die Religionsfreiheit wie in Nordkorea. Gegenwärtig leiden 50.000 und 70.000 Christen in nordkoreanischen Gefangenenlagern. Open Doors macht seit Jahren auf die unvorstellbaren Leiden der Christen in den Arbeitslagern aufmerksam und ruft zum Gebet für sie auf. „Uns erreichen Briefe von Christen aus dem Land, die härtester Verfolgung ausgesetzt sind und immer wieder um Gebetsunterstützung bitten. Und wir erleben, wie zunehmend mehr Christen in  Deutschland ihren leidenden Glaubensgeschwistern beistehen“, sagt Markus Rode, Leiter von Open Doors Deutschland. Derzeit beten 1.688 Christen wöchentlich mindestens zehn Minuten am Tag in der dreijährigen Gebetskampagne für Nordkorea mit.

Zum Vorjahr hat sich die schwierige Situation auch für Christen in Saudi-Arabien (Platz 2), dem Iran (Platz 3), Somalia (Platz 4), den Malediven (Platz 5) nicht verbessert. Auf den weiteren Plätzen der Länder, in denen Christen am schärfsten verfolgt werden, sind der Jemen (Platz 6), Bhutan (Platz 7) und Vietnam (Platz 8) sowie Laos (Platz 9).

Neu unter den ersten zehn Ländern ist die islamische Republik Afghanistan, die noch 2006 auf Position elf stand.

Positive Entwicklungen in Marokko und Indonesien

Verschlechtert hat sich die Glaubensfreiheit im Jahr 2006 für Christen in Usbekistan, Eritrea, den Komoren, Irak, Nordnigeria, Algerien, Mauretanien, der Türkei, Äthiopien und Nordost-Kenia. In fünf dieser Länder - dem Irak, Nordnigeria, Türkei, Äthiopien und im Nordosten Kenias – kam es zu religiösen Spannungen nach der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in einer dänischen Zeitung. Positive Entwicklungen beobachtete Open Doors in Marokko, Indonesien und Nepal.

Weltweit gehören Christen zu der am meisten verfolgten Glaubensgruppe. Schätzungsweise 200 Millionen Menschen werden aufgrund ihres christlichen Bekenntnisses verfolgt oder diskriminiert.  Der Weltverfolgungsindex gilt für Christen, Politiker, Hilfsorganisationen und Medien als ein verlässlicher Gradmesser der weltweiten Christenverfolgung. Jedes Jahr bewertet Open Doors mittels eines speziellen Fragebogens die Situation von Christen in über 100 Ländern und veröffentlicht die Bewertung der ersten 50. (Quelle: Open Doors).

 
02.02.2007 | Palästinensische Polizei besetzt Baptistengemeinde in Gaza

Die der Fatah Partei nahe stehende Polizei der palästinensischen Autonomiebehörde hat am Freitag, 2. Februar das sechsstöckige Gebäude der Baptistengemeinde Gaza besetzt, um es als Beobachtungspunkt gegen Hamas Kämpfer zu benutzen. Pastor Hanna Massad berichtet, dass die Polizei von einem Wächter den Schlüssel verlangte, den dieser nicht hatte. Die Leiter der Gemeinde verweigerten die Herausgabe des Schlüssels. Darauf brach die Polizei in das Gebäude ein und bezog Position im sechsten Stock. Pastor Massad konnte wegen der Schießereien sein Wohnhaus nicht verlassen, um nach der Gemeinde zu sehen. Das Gebäude wurde erst im November neu eröffnet. In dem Haus sind neben den Gemeinderäumen, die einzige christliche Bibliothek von Gaza, Unterkünfte für Gäste und eine Frauenambulanz (Mammographie) untergebracht. Am Sonntag, 4. Februar, wurde ein neuerlicher Waffenstillstand erklärt, doch es gibt keine Hinweise, das dieser besser eingehalten wird als die neun erfolglosen Waffenstillstände in den letzen fünf Tagen. Der Sonntagsgottesdienst fiel diesmal aus. „Die Lage ist sehr gefährlich. Sie liegt in Gottes Hand“, sagte Pastor Massad.

 
29.01.2007 | Gaza - ein Pastor berichtet

Liebe Freunde!
Grüße aus Gaza. Danke für eure Gebete. Die Lage hier in Gaza ist sehr schwierig und gefährlich. Wir hören immer wieder Schüsse in der Stadt und versuchen, nicht viel hinaus zu gehen, insbesondere nicht in der Nacht. Viele Straßen sind gesperrt, die Menschen haben Angst, sind verwirrt und wissen nicht, was noch geschehen wird.
Letzte Nacht flog eine verirrte Kugel in das Haus eines unserer Gemeindeleiter. Sie kam ganz nahe an sein Gesicht. Wir danken Gott, dass er und seine Familie Gottes mächtige Hand und Seinen Schutz erfahren haben.
Heute früh wurde der Fahrer unseres christlichen Awanna Clubs (20 Jahre alt, Zivilist) in der Nähe seines Hauses durch eine verirrte Kugel ins Herz getroffen und getötet. Bitte betet für seine Familie.
Wegen dieser schwierigen Lage können manche Leute nicht in die Gemeinde kommen und das hat auch Auswirkungen auf einige unserer Aktivitäten. Doch die christliche Mission in Gaza hilft weiterhin den Menschen in der Stadt und im Flüchtlingslager mit Lebensmitteln und medizinischen Hilfsgütern. Bitte betet für Gottes Schutz nicht nur für die Gläubigen hier in Gaza, sondern für alle Leute.
In diesen Tagen hat ein Gebetsteam aus der Gemeinde die Christen zu Hause besucht, mit ihnen gebetet und ihnen gedient. Das war ein großer Segen.
Bitte betet auch für das Visum meiner Frau Suhad, sie hat nicht die Freiheit aus Gaza auszureisen und wieder einzureisen.
Bitte betet für unser medizinisches Ambulanzprojekt, wir brauchen eine Röntgenassistentin und einen Radiologen.
Bitte betet, dass die christliche Mission in Gaza weiterhin in der Lage ist, den Menschen mit praktischer Liebe zu dienen und ihnen die Liebe Gottes zu bezeugen.
Bitte betet für zwei junge Leute in unserer Gemeinde, die in den vollzeitigen Dienst gehen wollen.
Bitte betet für unser Computerzentrum in unser Bibliothek („Kultur und Licht“), wir brauchen 12 Computer.
Bitte betet für Weisheit von oben für unseren Präsidenten und unsere Politiker, dass Stabilität in unserer Region einkehrt.
Danke nochmals für eure Unterstützung durch Gebet, persönliche Ermutigung und eure Gaben.

Euer dankbarer Hanna.
(P.S. des Übersetzers für alle nicht Araber: „Hanna“ ist ein Mann!)

 
2007-01-10 | Indien - Bundesstaat Himachal Pradesh führt Antibekehrungsgesetz ein - Christen belästigt!

Nur wenige Wochen, nachdem die Regierung des Bundesstaates Himachal Pradesh am 29. Dezember des umstrittene Antibekehrungsgesetz verabschiedet hat, wurden erneut Christen belästigt.

Pastor Behal, ein pensionierter Offizier der indischen Armee, der ein Waisenhaus in Kangra betreibt, wurde am 21. Januar von fanatischen Hindugruppen aufgefordert, diese Einrichtung zu schließen und den Ort zu verlassen. Die Polizei löste den Protest außerhalb des Gebäudekomplexes auf, doch die Angreifer versuchten danach, Anschuldigungen wegen Missbrauchs zu konstruieren und den Pastor anzuklagen.

Bei einem anderen Zwischenfall am 17. Januar wurden Seelsorger, die für ein christliches Rehabilitationszentrum für Drogenabhängige arbeiten, aufgrund erfundener Anschuldigungen von Hinduextremisten von der Polizei angeklagt. Die Anklagen umfassten angeblich Einschränkung der persönlichen Freiheit, Freiheitsberaubung und schwere Verletzung religiöser Gefühle. Die Seelsorger wurden später gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt.

Obwohl der verabschiedete Gesetzesentwurf noch nicht unterschrieben wurde und damit das Antibekehrungsgesetz in Himachal Pradesh noch nicht in Kraft ist, scheinen Hinduextremisten daraus neuen Mut zu schöpfen, gegen die winzig kleine christliche Minderheit in diesem Bundesstaat vorzugehen. Eines der Hauptprobleme im Zusammenhang mit den so genannten Antibekehrungsgesetzen in Indien ist, dass sie eine feindselige Einstellung gegenüber Minderheitsreligionsgemeinschaften nicht nur legitimieren, sondern sogar fördern. Die jüngsten Vorwürfe wurden nicht aufgrund des neuen Gesetzesentwurfs erhoben, aber sie zeigen, dass es jetzt auch in einem Bundesstaat, in dem es bisher nur wenig Opposition gegen christliche Aktivitäten gegeben hat, zu Opposition, Gewalttätigkeit und Diskriminierung kommen könnte, wie sie in anderen Bundesstaaten Indiens mit Antibekehrungsgesetzen weit verbreitet sind.

Tina Lambert von Christian Solidarity Worldwide sagte: „Mit diesen Angriffen versucht man vielleicht auszuloten, wie weit man gehen kann. Sie stellen einen politischen Opportunismus der übelsten Sorte dar. Dadurch wird das grundlegende Recht auf freie Religionsausübung mit Füßen getreten. Wir rufen die internationale Gemeinschaft dazu auf, sich wesentlich ernsthafter mit den Antibekehrungsgesetzen in Indien auseinander zu setzen.“

Quelle: CSW - Christian Solidarity Worldwide, Übersetzung ÖEA

 
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