Der Frieden ist mit dir, wenn du beginnst, die Abhängigkeit von Gott als Glück zu begreifen.

(unbekannt)


31.07.2009 | Usbekistan: Kinderferienlager „Freude“ eine strafbare Handlung?

Dem Baptistenbund Usbekistans drohen strafrechtliche Folgen aufgrund des Vorwurfs, Kinder unerlaubt in Religion unterrichtet zu haben. So geschehen bei einem Sommerlager für Kinder auf einem Gelände in einem Erholungsgebiet in der Nähe der Hauptstadt Taschkent, das Eigentum des Baptistenbunds ist. In Folge dessen drohen Pastor Pavel Peichev enorme Geldstrafen, eine Gefängnisstrafe oder eine Kombination dieser Strafmaßnahmen. Der Baptistenbund muss die Enteignung des Geländes befürchten. Nach Artikel 145, Teil 2 des usbekischen Strafgesetzbuches werden Verstöße gegen das Religionsgesetz mit Geldstrafen von 50 bis 75 monatlichen Mindestgehältern, zwei bis drei Jahren Zwangsarbeit oder bis zu drei Jahren Freiheitsentzug bestraft.

Der Strafantrag des öffentlichen Anklägers der Stadt Taschkent richtet sich gegen die Leiter der Baptistengemeinde, die für das Sommerlager für Kinder mit dem Namen „Freude“ verantwortlich waren. Darüber hinaus wird die Buchhaltung des Baptistenbundes überprüft. Einige Leiter des Bundes wurden bereits im Juli von der Anklagebehörde zu Befragungen vorgeladen.

Zuvor war auf der regierungsnahen Website Gorizont.uz  ein kritischer Artikel zu den Sommerlagern erschienen; dort hieß es unter anderem: „Die Kinder besuchen jeden Abend religiöse Treffen. Sie studieren verschiedene protestantische Bücher. Sie bitten Jesus um Vergebung für ihre sogenannten Sünden. Die Kinder werden im Lager psychisch traumatisiert.“ Weiters behauptet der Autor, die Eltern der Kinder wüssten nicht, dass es sich um ein baptistisches Lager handelt. Überdies wird in dem Artikel behauptet, die Kinder würden in den Lagern unzureichend ernährt und müssten unter sehr schlechten hygienischen Bedingungen leben. Gleichzeitig wird unterstellt, die Leiter des Lagers hätten aus den USA 18.000 Dollar für die Kinderlager erhalten.

Abschließend behauptet der Autor: „In Usbekistan wurden optimale Bedingungen für die Vertreter verschiedener Glaubensrichtungen geschaffen, die in Frieden und Eintracht zusammenleben. Das Konzept der Freiheit bedeutet jedoch nicht, dass wir hier ein Paradies für Missionare aller Art schaffen, egal was sie verbreiten, protestantische oder sonstige Lehren, die die Jugend unseres Landes mit betrügerischen Mitteln in ihre Reihen locken.“

Diese Behauptungen werden von den Leitern des Baptistenbundes energisch zurückgewiesen. Allen Eltern, die ihre Kinder in Sommerlager schicken, ist bekannt, dass es sich um Lager mit christlichem Programm handelt, die von den Baptisten durchgeführt werden. Der verantwortliche Pastor Dmitri Ptirimov weist auch die Behauptung der massiven Finanzierung aus dem Ausland zurück. Man habe keine sehr großen Beiträge, und schon gar nicht die behauptete riesige Summe aus dem Ausland für die Lager erhalten. Einige Eltern wurden von der Anklagebehörde zu Befragungen vorgeladen und unter Druck gesetzt, Beschwerden gegen den Baptistenbund zu unterschreiben, was sie jedoch verweigerten. Die Behörden machen immer wieder Druck auf Schulkinder, die Gottesdienste oder religiöse Veranstaltungen besuchen; nicht nur auf Christen, sondern auch auf Moslems.

Quelle: Forum 18 News Service, Oslo
Übersetzung: AK Religionsfreiheit der Evangelischen Allianz