Zum Hauptinhalt springen

Datum: 02.09.2019

"Dann spricht er zu seinen Jüngern: Die Ernte zwar ist groß, die Arbeiter aber sind wenige." (Matthäus 9 Vers 37)

... der Arbeiter aber sind wenige!

Das war in Matthäus 9 Vers 37 Jesu Analyse der Situation vor fast 2.000 Jahren. Die Ernte war groß, aber der Arbeiter waren wenige. Nach meiner Beobachtung ist das auch heute noch so. Weltweit ist die Ernte nach wie vor groß und der Arbeiter sind immer noch (oder wieder?) wenige.

Dafür gibt es bestimmt viele verschiedene Gründe, aber in meinem früheren Dienst bei Wycliff habe ich ein paar beobachtet, die anscheinend—zumindest in Österreich—die häufigsten Gründe dafür sind. Hier möchte ich sie nur kurz andeuten und in späteren Artikeln weiter auf die einzelnen Punkte eingehen.

Der fehlende Ruf

“Ich würde in die Mission gehen, wenn ich einen Ruf hätte” ist mir des Öfteren nach einem Missionsvortrag gesagt worden. Meint man damit, dass man (fast) alles ohne eine besondere Offenbarung Gottes werden kann, nur nicht Missionar? Ist das, was die Bibel lehrt? Walter McConnel kommt in einer Untersuchung dieses Themas in einem Artikel in Evangelical Missions Quarterly zu dem Schluss: “Es ist offensichtlich, dass das landläufige Verständnis der Berufung in die Mission jeder biblischen Grundlage entbehrt.”

Das „fehlende“ Geld

Wenn man als Mitarbeiter einer Mission das Geld für das eigene Gehalt nicht selbst „mitbringen“ müsste, wären sicher mehr Christen bereit in die Mission zu gehen. Aber viele sind nicht bereit “zu betteln”, wie mir einmal eine potentielle Missionskandidatin gesagt hat. Hier offenbart sich leider ein falsches Verständnis von “Sendung”, das viele zurückhält. Der Missionsauftrag gilt eigentlich allen. Aber natürlich können nur einige “gehen”, und das können sie nur, wenn andere “senden.” Sendende und Gesandte brauchen sich gegenseitig (Röm 10,14-15). Sie sind Teil einer Partnerschaft, die gemeinsam das Vorrecht haben, Gottes Mitarbeiter zu sein.

Die fehlende Hingabe

Auch wenn Menschen dieser Generation häufiger ihren Beruf wechseln, ist es immer noch nicht die Norm. Wenn jemand Medizin studiert, dann tut er oder sie das normalerweise mit dem Ziel, bis zur Pension diesen Beruf auszuüben. Das scheint im Reich Gottes leider seltener geworden zu sein. Auch wenn Kurzzeitmissionare unter Umständen viel Gutes tun können, dauert das Einbringen einer Ernte doch länger. Ein paar Wochen, Monate oder sogar ein bis zwei Jahre reichen nicht. Gott sucht nach wie vor Menschen, die ihm ihr ganzes Leben zur Verfügung stellen.

Die fehlende Schau

Die Ernte ist groß! Die Medien berichten uns oft über unsagbare physische Not in dieser Welt. Dabei übersehen wir aber leicht, dass es eine noch größere Not gibt. Menschen gehen in eine Ewigkeit ohne  Gott! Jesus hat Kranke geheilt, aber nichts hat sein Herz so bewegt wie die geistliche Not der Menschen (Mt 9,35-36). Möge Gott uns (wieder) vermehrt diese Schau schenken und dann mehr Arbeiter in seine Ernte senden!

Wolfgang Binder

Interessiert, das Gespräch weiterzuführen? Nimm Kontakt auf mit Wolfgang unter (Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen – AEM): kontakt@aem.at

***

Die AEM ist eine Zusammenschluss christlicher Gemeindebünde und Werke und ein Arbeitskreis der Österreichischen Evangelischen Allianz. Die AEM möchte für das Anliegen kulturübergreifender Mission und nachhaltiger Entwicklungszusammenarbeit inspirieren und mobilisieren.

AUTOR

Wolfgang Binder

WEITERE NEWS

#Gebetsinitiative
#Religionsfreiheit
#Familie
#Religionsfreiheit