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Datum: 15.09.2020

Setzen Sie mit der Abgabe Ihrer Stimme jetzt ein Zeichen!

Seit Mai 2019 laufen in Österreich vier Verfahren, von vier Klägern, deren Ziel die Aufhebung folgender Paragraphen ist: § 78 StGB Mitwirkung am Selbstmord und § 77 StGB Tötung auf Verlangen. Die vierzehn Richter des Verfassungsgerichtshofs (VfGH) beraten derzeit über diese Frage. Voraussichtlich im September wird eine Entscheidung gefällt werden.

Welche Folgen hat eine Freigabe der Mitwirkung am Selbstmord und/oder Tötung auf Verlangen für eine Gesellschaft:

  • Rasanter Anstieg von Todesfällen durch Selbsttötung (vor allem alte und kranke Menschen)
  • Menschen kommen vermehrt unter Druck, sich zur Selbsttötung entscheiden zu müssen, weil sie sich als Belastung für ihre Familie, ihr Umfeld und die Gesellschaft empfinden.
    Betroffene stellen innerlich Kosten-Nutzen-Rechnung an.
  • Aus dem Recht wird eine „Pflicht“, nicht zur Last fallen zu wollen/sollen
  • Mitwirkung am Selbstmord und Tötung auf Verlangen wird in den Ländern, in denen es erlaubt ist, zunehmend als normale Form des Sterbens bejaht
  • Geschäftsinteressen der Sterbehilfsorganisationen spielen eine Rolle
  • Wer entscheidet für die, die nicht selbst entscheiden können?Behinderte, Schwache, Kranke, Babys, Kinder ...
  • In den Niederlanden werden sowohl Demenzkranke, als auch Babys getötet

Selbsttötung braucht keine Unterstützung
Selbsttötung braucht Vorbeugung – Menschen brauchen Liebe und Fürsorge

Was ist an der derzeitigen Gesetzeslage in Österreich gut?

  • Österreich hat ein gutes und weiter ausbaufähiges Hospiz (Sterbebegleitung) und Palliative Care (krankheitsmildernd, schmerzlindernd) Angebot (lat. „pallium“ – entspricht einem mantelähnlichen Umhang, „care“ – engl. Pflege/ich sorge mich um dich/du bist mir wichtig)
  • Ziel ist es, Menschen mit schweren Erkrankungen eine ganzheitliche Begleitung anzubieten. Menschen, bei denen keine Heilung möglich ist, soll ein möglichst hohes Maß an Lebensqualität bis zum Lebensende ermöglicht werden.
  • In Österreich darf niemand gegen seinen Willen behandelt werden.
    § 110 StGB Wer bei klarem Verstand ist („einsichts- und äußerungsfähiger Patient“) kann jede Behandlung ablehnen. Für den Fall des Verlusts der Einsichts- oder Äußerungsfähigkeit kann man mittels Vorsorgevollmacht oder Patientenverfügung vorbeugen, dass der eigene Wille weiterhin berücksichtigt wird.
  • Ärzte dürfen Maßnahmen setzen, die schwerste Schmerzen und Qualen lindern – auch wenn dadurch das Risiko besteht, dass sie unter Umständen lebensverkürzend wirken.

Was Betroffene wirklich brauchen: 

  • Ziel ist es, den Schmerzen ein Ende zu bereiten, nicht dem Leben
  • Hospiz und Palliative Care ausbauen
  • Familien entlasten, so dass sie sich um ihre Angehörigen gut kümmern können
  • Selbstmordvorbeugung statt Ermutigung zum „Freitod“
  • Organisationen unterstützen, die Menschen beraten, begleiten und Gemeinschaft anbieten
  • Sterbewünsche betroffener Menschen verwandeln sich oft in Lebenswünsche, sobald die
  • Schmerzen beseitigt werden und Menschen Zuwendung und menschliche Wärme empfangen

Menschen sollen an der Hand eines anderen Menschen sterben und nicht durch die Hand eines anderen Menschen Kardinal Franz König (1905-2004)

Die vorangegangenen Infos sind dem Infoblatt des Kath. Familienverbandes Kärnten entnommen. 

Hier geht es zum Original-Infoblatt
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