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Datum: 27.06.2022

Angriffe auf Christen und Einschränkungen der Religionsfreiheit kennt man eigentlich nur aus weit entfernten Ländern. Tatsächlich nimmt auch in Europa der Druck auf Christen zu. Dass Christ sein nicht unbedingt karrierefördernd ist, damit haben sich die meisten schon arrangiert. Aber nicht nur das.

Krankenschwestern, die ihren Job verlieren, weil sie nicht an Abtreibungen mitwirken wollen. Apotheker, die angeklagt werden, weil sie nicht die „Pille danach“ verkaufen. Oder auch ganz normale Mitarbeiter, die sich gegen übergriffige Gender Ideologien wehren und deswegen ihren Job verlieren.
Niemand sollte dazu verpflichtet werden, gegen die eigenen Grundsätze zu handeln. Ganz im Gegenteil haben alle Menschen in der Verfassung garantierte Grundrechte, selbstverständlich auch Christen.

In Finnland wurde die ehemalige Innenministerin Päivi Räsänen drei Jahre lang strafrechtlich verfolgt, weil sie in einem Tweet aus der Bibel zitiert hatte. Nach dem Freispruch in der ersten Instanz legte die Generalstaatsanwältin Berufung ein. Noch während der Gerichtsverhandlung, die stellenweise an einen säkularen Ketzerprozess erinnerte, sagte Räsänen: Es ist „jetzt an der Zeit, zu sprechen. Denn je mehr wir schweigen, desto enger wird der Raum für Meinungs- und Religionsfreiheit.“ Inzwischen wurde sie auch in zweiter Instanz rechtskräftig freigesprochen.

Die Verteidigung von Päivi Räsänen wurde von der christlichen Menschenrechtsorganisation ADF International unterstützt. ADF International, die Allianz zur Verteidigung der Freiheit, ist eine Bündnis von Anwälten, die bei Grundrechtsverletzungen juristische Hilfe leisten. Auf der völkerrechtlichen Ebene arbeitet ADF International dabei mit eigenen Juristen, die z.B. Fälle vor internationalen Gerichtshöfen oder UN-Komitees vertreten, Abgeordnete des Europaparlaments mit Informationen und Argumenten unterstützen, und weltweit ein Netzwerk von Anwälten und Führungskräften aufbauen und schulen. Wie im Fall von Räsänen können so auch Rechtsfälle in den nationalen Instanzen unterstützt werden.

Auch in Österreich können sich Betroffene an ADF International wenden, wenn ihre fundamentalen Rechte wie Religions-, Gewissens- oder Meinungsfreiheit eingeschränkt werden. Die Organisation hat in Wien sogar ihr Hauptquartier. Gleichgesinnte, christliche Anwälte sind eingeladen, Teil des weltweiten Netzwerks von ADF International zu werden. Für Hinweise auf Einzelfälle oder für die Bitte um Unterstützung steht unter https://adfinternational.org/contact/ ein Online-Formular zur Verfügung (bitte bei „Subject of inquiry“ „Legal“ auswählen). Das Formular kann in deutscher Sprache ausgefüllt werden.

Da Fälle der Diskriminierung von Christen oft medial verschwiegen werden, ist es besonders wichtig, diese auch ans Licht der Öffentlichkeit zu bringen. Mit ADF International bestens vernetzt ist das Observatory on Intolerance and Discrimination Against Christians (https://www.intoleranceagainstchristians.eu/; observatory@intoleranceagainstchristians.eu) mit Sitz in Wien. Diese Organisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, Fälle von Intoleranz und Diskriminierung von Christen zu dokumentieren und auf der Grundlage zuverlässiger und objektiver Daten an die Öffentlichkeit, sowie an Politiker und internationale Institutionen zu berichten. Dokumentiert werden unter anderem gewalttätige Übergriffe und Drohungen gegen Christen oder christliche Gemeinschaften, Vandalismus an Gottesdienststätten, diskriminierende Gesetze, Eingriffe in Elternrechte und Verletzungen der Religions-, Rede-, Versammlungs- und Gewissensfreiheit. Auf der leider nur in englischer Sprache verfügbaren Website findet sich ein Button „Report a Case“ (Einen Fall melden), der selbstverständlich auch für Meldungen auf Deutsch benutzt werden kann. Schweigen wir nicht, wenn unsere Rechte als Christen verletzt werden!

Mag. Josef Jäger, Leiter des Arbeitskreises Religionsfreiheit der Österreichischen Evangelischen Allianz

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