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Datum: 27.09.2019

Immer wieder begegnet mir die Idee, dass Eltern ihre Kinder ganz bewusst nicht in der Tradition einer bestimmten Religion erziehen wollen. Oft wird das damit begründet, dass sich die Kinder selbst entscheiden sollen, ob und wenn ja, was sie glauben wollen. Was so logisch vorgetragen wird, geht jedoch an der Realität vorbei.

Der Tübinger Religionspädagoge Albert Biesinger hält diesen Argumenten entgegen: Schon Kinder denken über Gott nach und brauchen von Anfang an religiöses Handwerkszeug – später könnten sie immer noch selbst entscheiden.

Die Erlebniswelt der Kinder ist voll von Engeln, Dämonen, Teufel, Zauberern, Zahn-Feen, Fabelwesen, Weihnachtsmännern, Hexen und Götter. Kinder haben ein ganz natürliches Interesse an all diesen Dingen. Oftmals fühlen sich aber Erwachsene mit den kindlichen und gleichzeitig tiefgründigen Fragen überfordert. Statt sich diesen zu stellen, werden die Kinder abgewimmelt und mit ihren Fragen alleine gelassen. Viele Eltern wünschen sich insgeheim, dass ihnen dabei geholfen wird, den Kindern das Mysterium des Daseins jenseits von Biologie und Psychologie zu erklären.

Als die Jünger Mütter mit ihren Kindern wegschicken wollten, reagierte Jesus, indem er sie zu sich rief und sprach:
„Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solchen gehört das Reich Gottes.“ Lukas 18,16

Kinder haben ein Anrecht darauf, das Evangelium zu hören, in dem wir es ihnen vorleben, vorlesen, erzählen und mit ihnen darüber ins Gespräch kommen. Darum lasst uns mutig Kinder zur Jungschar einladen. Tun wir dies in respektvoller nicht manipulierender Art, so dass sie sich wirklich entscheiden können, ob und was sie glauben wollen.

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Ruedi Hächler
arbeitet beim ABÖJ (Arbeitskreis Bibelorientierter Österreichischer Jugend – www.aboej.at)

 

Autor: Ruedi Hächler

 

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