Zum Hauptinhalt springen

Datum: 09.07.2020

Wien - Die Abtreibungspille (Mifegyne) wird seit 1999 in Österreich meist nach Untersuchung und unter ärztlicher Aufsicht in Krankenhäusern ausgegeben. Mit einem neuen Erlass können Frauen nun für sich allein zu Hause im Badezimmer abtreiben.

Mifegyne ist nicht mit der „Pille danach“ zu verwechseln. Sie kann bis zum Ende der 9. Schwangerschaftswoche eingenommen werden: Mifepriston attackiert die Plazenta und trennt das Embryo von den lebenserhaltenden Maßnahmen zur Mutter. 24-48 Stunden nach der Einnahme werden durch die Gabe von Prostaglandin Wehen ausgelöst, die zu Blutungen und zum Abstoßen des toten Embryos führen.

Durch einen Antrag von AGES und Gesundheitsministerium werden diese Medikamente nun auch von Gynäkologen verschrieben. Die Frau nimmt sie also für sich allein zu Hause und darf die ganze Prozedur allein durchstehen. Gegen Ende der 9. Schwangerschaftswoche kann das Baby bereits 2,5 cm groß sein. Nicht selten sieht sie während der heftigen Krämpfe und Blutungen den Fruchtsack mit Inhalt – meist in der Toilette – liegen. Was für eine enorme psychische Belastung das für Frauen ist, kann man nur erahnen. Oder man hört davon in den traumatischen Berichterstattungen der Betroffenen in der Beratung. 

Die Bürgerinitiative #fairändern setzt sich für mehr Information, für Bedenkzeit, für bessere Unterstützung ein. Keine Frau soll sich allein gelassen fühlen oder noch stärker unter den Druck geraten, abtreiben zu müssen. Petra Plonner, Erstunterzeichnerin von #fairändern, ist sehr betroffen: „Durch diesen Bescheid sind wir in Österreich einen katastrophalen weiteren Schritt rückwärts gegangen. Wenn es eine Steigerung von „allein“ gibt, dann ist es diese Zulassung. Was kommunizieren wir damit den Frauen in unserem Land? Dass wir nicht für sie da sind. Dass sie selbst mit einer ungeplanten Schwangerschaft zurechtkommen müssen. Und auch mit den Folgen einer Abtreibung.“

Nun sind Frauen noch mehr unter Druck gesetzt, eine schnelle Entscheidung zum „Wegmachen“ zu treffen (die nicht selten bitter bereut wird), sie werden kaum über die psychische Belastung und die Nebenwirkung aufgeklärt und sind noch „alleiner“ gelassen als je zuvor. Ist es wirklich wahr, dass wir Frauen im Schwangerschaftskonflikt keine besseren Antworten zu bieten haben?

#fairändern stellt sich entschieden zur Frau: Die Initiative steht für Information, Empowerment, Mut und wohldurchdachte Entscheidungen. Niemand darf in solchen Notsituationen allein gelassen und abgeschoben werden. Eine Abtreibung ist keine große Errungenschaft, sie ist ein Trauma.

#fairändern bedauert, dass diese gravierende Maßnahme keinen demokratischen Entscheidungsprozess durchlief. Jetzt ist die Bundesregierung noch dringender gefordert, die Beratungsmöglichkeiten für Frauen in Konfliktschwangerschaften auszubauen und zu verbessern.

Quelle: OTS

WEITERE NEWS

#Corona-Maßnahmen
#Religionsfreiheit
#Gebet
#Religionsfreiheit