Mir ist es gleich, ob eine Katze schwarz oder weiß ist; Hauptsache, 
sie fängt Mäuse.

Deng Xiaoping, chin. Politiker, 1904-1997


NEWS
30.06.2008 | "Euro 08": "Fest der Hoffnung" im Wiener Stephansdom

Ökumenischer Abschlussgottesdienst mit mehr als 5000 ChristInnen aus Kirchen und Freikirchen - Schönborn: Europameisterschaft war gelungenes Fest des Miteinanders - Sturm: Eine Ermutigung, Grenzen zu überwinden.

Wien (epd Ö) - Mit einem großen "Fest der Hoffnung" im Wiener Stephansdom haben die Kirchen am Samstag den friedlichen und völkerverbindenden Verlauf der Euro 08 gefeiert. Höhepunkt dieses Festes war ein ökumenischer Gottesdienst, der von Kardinal Christoph Schönborn und Altbischof Herwig Sturm, dem Vorsitzenden des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), geleitet wurde. "Der Stephansdom ist heute das Haus für alle Christen aller Konfessionen und aus allen Ländern", sagte Kardinal Christoph Schönborn in seiner Begrüßung.
Die Europameisterschaft sei ein gelungenes Fest des Miteinanders gewesen sowie Ausdruck der Reife Europas, so Schönborn, wobei er vor allem den hohen Stellenwert der Fairness unterstrich. Werte, die bei den Spielen hochgehalten wurden, hätten Vorbildwirkung für das neue Europa, sagte der Kardinal: "Die Euro 08 geht am Sonntag zu Ende, aber Europa geht weiter."
Der Wiener Erzbischof plädierte für einen "Kontinent des Friedens, eine Politik der Gerechtigkeit und eine Kultur des Lebens, in der auch Respekt vor der Schöpfung gelebt wird". Für ein solches Europa brauche es das Engagement der Christen, die gemeinsam Zeugnis für ihren Glauben ablegen müssten, sagte der Kardinal im Stephansdom, wo sich mehr als 5000 Gläubige unterschiedlicher Konfession eingefunden hatten. Die Christen seien berufen, untereinander "Fairness, Gerechtigkeit und gegenseitigen Respekt" zu leben.
Altbischof Sturm begrüßte, dass die "Euro 08" eine offizielle Zusammenarbeit der Christen über alle konfessionellen Grenzen bewirkt habe. Das sei eine Ermutigung, auch andere Grenzen zu überwinden und "die Unterschiede von Herkunft und Tradition als Reichtum zu verstehen". Sturm und Schönborn betonten übereinstimmend, dass es letztlich keine "Verlierer" gebe. Alle hätten etwas am Miteinander gewonnen: "Durch Jesus Christus sind alle Schwestern und Brüder; der Heilige Geist befreit zu einem fantasievollen und liebevollen Leben."
Der evangelische Pfarrer Kaarlo Schörkl (Wallern) verglich in seiner Predigt Jesus mit dem Bild eines Trainers, der alle Menschen in sein Team beruft. Jeder Mensch spiele in diesem Team eine tragende Rolle, egal ob alt oder jung, gesund oder krank.  "Die Tür zum Team steht allen offen", sagte Schörkl. Christinnen und Christen seien gerufen, "Hoffnungsträger" zu sein, denn: „Die verzweifelten Menschen können sich unsere Hoffnungslosigkeit, unsere internen Teamstreitereien, nicht leisten."
Olli Schalk, ein früherer deutscher "Hooligan", berichtete von seinem Lebensweg.  Auf der Suche nach Anerkennung sei er in eine "Hooligan"-Gruppe geraten und dann aus eigener Kraft von Gewalt, Drogen und Alkohol nicht mehr losgekommen. Die Begegnung mit engagierten Christen habe bei ihm schließlich eine Umkehr ausgelöst und ihm geholfen, die Liebe Gottes zu entdecken. Heute engagiert sich Schalk in der Gewalt- und Drogenprävention. "Wenn wir nach den Spielregeln Gottes spielen, kann dieser Kontinent zur blühenden Oase werden", sagte der Vorsitzende der Evangelischen Allianz, Frank Hinkelmann. Die Bundesjugendreferentin der Evangelischen Jugend, Ines Hauser, las aus dem Johannesevangelium.
Die Gestaltung des ökumenischen Gottesdienstes war durch die jugendliche Musikfarbe ("Christen am Ball"-Band unter Richard Griesfelder und Chor unter Miriam Fuchsberger und Theresa Bergmair), eine eindrucksvolle Pantomime über die Auseinandersetzung der Nationen zum Auftakt und ein "Netzwerk der Hoffnung" aus bunten Bändern zum Abschluss gekennzeichnet. Prominente wie die "Miss Austria 2006", Tatjana Batinic, und der frühere Fußball-Nationalspieler Christian Keglevits trugen die Fürbitten vor. Aus der Schweiz war der Euro-Beauftragte der Schweizer Bischofskonferenz, Pfarrer Stefan Roth, angereist, der ebenfalls betonte, dass sich die Hoffnungen auf eine friedliche und erfolgreiche Europameisterschaft erfüllt hätten.
Mit dem Segen, den Kardinal Schönborn, Altbischof Sturm und weitere Vertreter der christlichen Kirchen und Freikirchen gemeinsam erteilten, ging der Gottesdienst zu Ende. Das "Fest der Hoffnung" mit viel Musik, Talk und Tanz folgte.

 
30.06.2008 | Sturm: "Dank an Gott für gute und erfolgreiche Europameisterschaft"

Vorsitzender des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) zieht positive "Euro 08"-Bilanz - Lob für Zusammenarbeit der Kirchen, einschließlich der Freikirchen

Wien (epd Ö) - Eine sehr positive "Euro 08"-Bilanz hat der Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), der evangelisch-lutherische Altbischof Herwig Sturm, gezogen. Für die "gute und erfolgreiche Europameisterschaft" gelte es, Gott Dank zu sagen, so der Bischof zum Abschluss der Spiele.
Ausdrücklich hob Sturm die gute Zusammenarbeit zwischen den Kirchen (einschließlich der Freikirchen) während der Europameisterschaft hervor. Durch die gemeinsame Arbeit habe man einander sehr viel besser kennen und auch schätzen gelernt. Der ÖRKÖ-Vorsitzende sprach in diesem Zusammenhang von einem "Meilenstein" in der Ökumene. Er zeigte sich zuversichtlich, dass diese Zusammenarbeit im Rahmen der "Euro 08" keine einmalige Aktion bleiben wird, sondern Fortsetzungen findet.

 
11.06.2008 | "Euro 08": Anpfiff zur "Friedensmeile" der Kirchen in Wien Ökumenischer Gottesdienst am 28. Juni

Christen am BallWIEN. Mit einem gemeinsamen "Anpfiff" haben Vertreter zahlreicher christlicher Kirchen am Dienstagvormittag die "Friedensmeile" am Wiener Josefsplatz feierlich eröffnet. Die "Friedensmeile" ist zentrale Anlaufstelle und Aktionsort für die Angebote der christlichen Kirchen während der "Euro 08" in Wien. Bis 20. Juni lädt täglich von 11 bis 24 Uhr ein Kaffee-Zelt zum Verweilen und Ausrasten ein. Wer möchte, kann mit MitarbeiterInnen von Kirchengemeinden über "Gott und die Welt" plaudern. Die jüngeren Fußballfans können sich mit einem "Riesen-Wuzzler" vergnügen. Täglich ab 20 Uhr gestalten österreichische Nachwuchs-Bands ein musikalisches Programm.

Täglich werden von der "Friedensmeile" auch "Botschafterinnen und Botschafter der Hoffnung" ausschwärmen. Sie verteilen in den kommenden Tagen 500.000 Taschenfußballspiele mit Gebetsanregungen und einer Trillerpfeife und suchen das Gespräch mit den Fans, wie der Leiter des Pastoralamts der Erzdiözese Wien, Michael Scharf, ankündigte. Unter dem Titel "Kick'n Pray" wird auch eine spezielle EM-Zeitung verteilt, in der prominente Fußballer über ihren Glauben sprechen. Der Erlös aus den gastronomischen Angeboten der "Friedensmeile" wird für ein Drogen-Präventionsprogramm von "Kolping Österreich" verwendet.

Kirchen arbeiten zusammen
Übereinstimmend wurde von den Vertretern der verschiedenen Kirchen die gute Zusammenarbeit betont, was auch in einem Grußwort des Vorsitzenden des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), Altbischof Herwig Sturm, zum Ausdruck kam. Pastor Walter Bösch von der Freien Christengemeinde in Wien sprach von einem "starken Erlebnis", weil historisch gewachsene Mauern zwischen und um die einzelnen Kirchen überwunden werden. Diakon Johannes Fichtenbauer von der Erzdiözese Wien sprach von einem "historischen Ereignis": Was weder bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland noch jetzt beim "Euro"-Partner Schweiz gelungen sei, wurde in Wien verwirklicht: Staatlich anerkannte Kirchen einerseits und Freikirchen andererseits arbeiten zusammen, um den Fußballfans Gott näher zu bringen. Bösch: "Wir wollen gemeinsam mit den Fans unseren Glauben feiern." Das gute Verhältnis der Kirchen und christlichen Gemeinschaften soll auch beim abschließenden ökumenischen Gottesdienst am Samstag, 28. Juni, um 15.30 Uhr im Stephansdom zum Ausdruck kommen. Der Dom werde dann zum gemeinsamen Gotteshaus aller ChristInnen, so Dompfarrer Toni Faber. Diesen Gottesdienst am Tag vor dem EM-Finale werden Kardinal Christoph Schönborn und Altbischof Herwig Sturm gemeinsam leiten. Am Josefsplatz werden die Kirchen bis 20. Juni präsent sein; aber auch danach bis zum Ende der Europameisterschaft werden die "Botschafterinnen und Botschafter der Hoffnung" durch die Wiener Innenstadt ziehen, ihre Präsente vor Kirchen verteilen und das Gespräch suchen. Am 14. und 21. Juni wird es außerdem zwei Familienfeste mit Kinder- und Jugendfußballturnieren auf der "Jesuitenwiese" im Wiener Prater geben.

Informationen zu den kirchlichen Aktivitäten und Angeboten während der "Euro 08": www.kirche08.at und www.christen-am-ball.com.

Quelle: epd Ö

 
01.06.2008 | 60 Jahre Israel – Evangelische Allianz Salzburg lud zu Israeltag ein

SALZBURG. Im Rahmen eines Israeltages feierten am 31. Mai 2008 in der Agape Gemeinde Salzburg viele Vertreter österreichischer christlicher Gemeinden wie auch Vertreter des jüdischen Volkes 60 Jahre Israel. Sie setzten damit ein besonderes Zeichen: Christen stellen sich an die Seite Israels!
Als Ehrengäste durften begrüßt werden: Guy Feldman, in Vertretung des israelischen Botschafters, Landtagspräsident Johann Holztrattner sowie der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde und Ehrenbürger der Stadt Salzburg, Hofrat Marko M. Feingold.

60 Jahre Israel - Evangelische Allianz Salzburg lud zu Israeltag einv.l.n.r.: Renate und Rainer Nüßlein (das Pastorenehepaar der freikirchlichen AgapeGemeinde war Initiator des Israeltags) Guy Feldman (in Vertretung des israelischen Botschafters), Hofrat Marko M. Feingold (Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde und Ehrenbürger der Stadt Salzburg), Johann Holztrattner (Präsident des Salzburger Landtags), Christoph Grötzinger (Vorsitzender der Salzburger Evangelischen Allianz)

 

Feingold wies darauf hin, wie wichtig Zeitzeugen des Holocaust in der heutigen Zeit sind. Er selbst war in den KZ in Auschwitz, in Neuengamme, Dachau und Buchenwald inhaftiert. Couragiert verhalf er ab 1945 vielen Juden zur Flucht über die Hohen Tauern.
Landtagspräsident Holztrattner wünschte in seinem Grußwort Israel Sicherheit, Frieden und Freiheit.
Jakob Krämer, Pastor der Rhema Gemeinde Linz, hob in seinem Vortrag hervor, wie einmalig und einzigartig die Gründung des Staates Israel nach 2000jähriger Zerstreuung des jüdischen Volkes ist und nannte es ein ‚Märchen zum Anfassen’, ein großes Wunder. Weiters wies Krämer auf die Gemeinsamkeiten des Judentums und des Christentums hin: Juden wie auch Christen glauben an denselben Gott, den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Lesen Sie hier den gesamten exzellenten Vortrag.

Israel stand und steht vor großen Herausforderungen und freut sich daher über jede Unterstützung. Zum Israeltag in Salzburg entsandte die Organisation Keren Hayesod (hilft Juden bei der Rückkehr nach Israel) ihren Vertreter für Süddeutschland und Österreich, Mag. Gavriel Naveh. Auch die Christliche Botschaft Jerusalem informierte über ihren Dienst.

Um die unfassbare Vergangenheit des Holocaust nicht zu vergessen, wurden in einer beeindruckenden Ausstellung unter dem Titel „Der Soldat Tolkatchev an den Toren der Hölle“ Zeichnungen der Befreiung der Lager Majdanek und Auschwitz des russichen Soldaten Zinovii Tolkatchev (1903-1970) gezeigt. Die Bilder wurden von dem Verein „Österreichische Freunde von Yad Vashem“ zur Verfügung gestellt.

Die Geschichte der Juden, im Besonderen deren Schicksal zwischen 1938 und 1945 darf nicht vergessen werden. Veranstaltungen, wie der Israeltag in der Agape Gemeinde Salzburg fördern nicht nur die Beziehung zwischen Österreich und Israel sondern auch zwischen Juden und Christen. Jeder der ca. 150 Anwesenden war über den Verlauf dieser Feier beeindruckt. Den Abschluss bildete ein großartiges, israelisches Buffet.

 
26.05.2008 | Muslime verhindern Vortrag evangelischer Islamwissenschaftlerin

T r a u n (idea) – In Österreich haben Muslime mit scharfen Angriffen und Verleumdungen erreicht, dass ein Vortrag einer evangelischen Islamwissenschaftlerin abgesagt wurde. Auf Einladung des „Personenkomitees Aufeinander zugehen“ in der oberösterreichischen Stadt Traun sollte die Leiterin des Instituts für Islamfragen der Deutschen Evangelischen Allianz, Prof. Christine Schirrmacher (Bonn), am 21. Mai über den „Islam in Europa als Herausforderung für Staat, Gesellschaft und Kirche“ sprechen.

Christine SchirrmacherNach Druck der Islamischen Glaubensgemeinschaft Christine Schirrmacher ausgeladen.

In dem einladenden Komitee, das mit Unterstützung der Stadtverwaltung die Integration ausländischer Mitbürger fördert, arbeiten rund ein Dutzend Vertreter von kommunalen und religiösen Einrichtungen zusammen, darunter sind Mitglieder der evangelischen und katholischen Kirche und von freien christlichen Initiativen sowie Muslime. Bei der Einladung Frau Schirrmachers habe man deren Einstellung zum Islam nicht gekannt, begründete das Komitee die Ausladung. Reaktionen auf die Vortragsankündigung hätten aber den Eindruck erweckt, dass es keine sachliche Darstellung gebe. Besonders der Integrationsbeauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Omar Al-Rawi (Wien), hatte gegen die Referentin protestiert. Er ist auch SPÖ-Abgeordneter im Wiener Landtag und Gemeinderat in Wien.

Drohungen vom Islamrat
Fünf Tage vor der geplanten Veranstaltung schrieb Al-Rawi an das Personenkomitee, dass Frau Schirrmacher eine „bekannte antiislamische und antimuslimische Aktivistin“ sei, die zur evangelikalen Bewegung gehöre. Er stellte Frau Schirrmacher in eine Reihe mit rechtspopulistischen Parteien, „die auf Plakaten und in Wahlreden minderheitenfeindliche und antiislamische Reden schwingen“. Ihre Unterstützung durch die Stadt Traun und Organisationen der Migrantenbetreuung sei „erschreckend und kann doch nur den Sinn haben, schon vorhandene und propagierte Gräben und Differenzen zu vergrößern. So erhält diese Agitatorin sozusagen einen Sanktus von offizieller Seite.“ Als „besonders enttäuschend“ nannte es Al-Rawi, dass der sozialdemokratische Bürgermeister von Traun die Veranstaltung unterstütze. Der Politiker drohte, „die Sache öffentlich und in den Medien zu thematisieren“. Daraufhin sagte die Vorsitzende des Personenkomitees die Veranstaltung ab.

Evangelische Allianz bestürzt
Die Österreichische Evangelische Allianz reagierte „mit großer Bestürzung“ auf die Ausladung. Es dürfe nicht sein, „dass eine Minderheit von polemisch bis verleumdend agierenden Personen aus dem Bereich des Islamrates demokratische Spielregeln außer Kraft setzen kann“, heißt es in einem Offenen Brief des Allianzvorsitzenden, Frank Hinkelmann (Petzenkirchen/Niederösterreich), und seines Stellvertreters Pfarrer Gerhard Krömer (Schladming). Die „verleumderischen Vorwürfe gegenüber der Referentin und der evangelikalen Bewegung durch den Islamrat verschaffen den Eindruck, dass der Islamrat nicht an einem aufrichtigen Wunsch nach Dialog und Verständigung interessiert“ sei. Unverständlich und bedauerlich sei es zudem, dass sich ein Abgeordneter und Gemeinderat „für solche Agitationen und Verleumdungen ohne Überprüfung ihres Wahrheitsgehalts hergibt“. Die evangelikale Bewegung vertrete keine Antipositionen, sondern sei lern- und gesprächsbereit, wie es Muslime auch von sich sagen würden. Daher sei es unerklärlich, dass eine Evangelikale keinen Vortrag mit anschließender Diskussion halten dürfe. „Gilt die für Muslime eingeforderte Toleranz für Christen nicht mehr?“

 
26.05.2008 | Kirchen wollen die Euro 08 zu einem Fest des Friedens und der Verständigung machen

WIEN. Auf die enge Verbindung von Kirche und Sport hat der Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), Mag. Herwig Sturm, hingewiesen. In einer Pressekonferenz am 26. Mai in Wien erklärte der frühere lutherische Bischof zur bevorstehenden Euro 08, Sport sei "eine wesentliche Herausforderung an den Körper". Für Christinnen und Christen sei Gott der Schöpfer allen Lebens, dieses Leben werde im Sport besonders intensiv erfahren, gerade auch in der Schönheit und Leistungsfähigkeit des menschlichen Körpers.
Der ÖRKÖ-Vorsitzende berichtete, dass unter dem Motto "Kirche 08 - am Ball seit 2008 Jahren" die christlichen Kirchen Österreichs und der Schweiz gemeinsam mit den Freikirchen dazu beitragen wollen, dass die Spiele "zu einem Fest des Friedens und der Verständigung werden".
Sturm verwies in diesem Zusammenhang auch auf den Teamgeist als wesentliches Element des Sports. Das gelte auch für die christliche Gemeinde, in der auch "schwache" Glieder ihre Aufgaben und ihre Würde besäßen.
Ebenso sei die Gestaltung internationaler Begegnungen eine große Chance und Aufgabe des Sports. Hier gehe es um gegenseitige Wertschätzung und "fruchtbare Verständigung". Sturm dazu: "Die Kirche ist selbst eine internationale Gemeinschaft und darum ein guter Partner, um diesen Vorgang zu begleiten und zu stärken."

Glaube und Fußball sind völkerverbindend
Auch Martin Podobri von "Kickoff2008", einer Initiative der Österreichischen Evangelischen Allianz zur Euro 08, hob hervor, dass Glaube und Fußball über Kirchen- und Völkergrenzen hinweg verbinde. Seine Aktion sei an 25 Veranstaltungsorten aktiv, Highlight sei der Einsatz von Angehörigen aus acht verschiedenen Freikirchen auf der Fanmeile in Innsbruck mit verschiedenen Angeboten wie einem  Kletterturm, einem Kickoff-Café sowie bunten Spielen und Geschichten. "Es soll eine Zeit der Begegnung und Freundschaft werden", sagte Podobri.

Dass das bevorstehende Großereignis "ein Ereignis zur Freude der Menschen und zur Ehre Gottes" wird, diese Hoffnung äußerte der römisch-katholische Weihbischof  Dr. Franz Lackner vor den Journalistinnen und Journalisten. Wie im Sport so gehe es auch in den großen Fragen des Glaubens und des Lebens nicht um isolierte Einzelleistungen. Lackner verwies aber auch auf die Regeln, ohne die kein Spiel möglich sei und innerhalb derer sich ein Spiel erst entfalten könne. Auch der Glaube lebe von Spielregeln, "die er sich selber nicht gegeben hat und auch nicht geben kann". Diese Regeln nur als Begrenzung zu sehen wäre, so der Weihbischof, "verfehlt".

Geschenke "zum Nachdenken über den Glauben"
Einen "Anpfiff zu Umkehr und Glauben" wollen nach den Worten des Leiters des Pastoralamtes der Erzdiözese Wien, Msgr. Dr. Michael Scharf, die Christen Wien geben. So werden unter dem Motto "Numbers of hope 3:2", das "fern aller Córdoba-Romantik" an die "Zahlen der Hoffnung im Neuen Testament" erinnern soll, hunderte Freiwillige während der Europameisterschaft ein "Giveaway" verteilen. Das Geschenk besteht aus einer Schiedsrichterpfeife und einem Taschenfußballspiel, "auf dem Fragen zum Nachdenken über den Glauben einladen".

"Kirche und Fußball sind echte Partner in Wien", stellte der Präsident des Wiener Fußballverbands und Vizepräsident des ÖFB, Kommerzialrat Kurt Ehrenberger, gegenüber den zahlreichen Pressevertreter/-innen fest. Ehrenberger betonte, dass gerade für junge Menschen Kirche und Sport eine "echte Begegnungsstätte" darstelle. Der Sportfunktionär verwies auf die umfangreiche Nachwuchsarbeit in seinem Verband und drückte zugleich sein Bedauern aus, dass der Jugendsport in der Berichterstattung der Presse gegenüber dem Spitzensport zu stark in den Hintergrund getreten sei. Zur Europameisterschaft sagte Ehrenberger: "Ich glaube an friedliche und sensationelle Spiele."

Vorsorge für Notfälle
Auf Frage der JournalistInnen erklärten Ehrenberger und Scharf, dass für Notfälle mit polizeilichen Sicherheitsmaßnahmen und notfallseelsorgerlichen Vorkehrungen Vorsorge getroffen worden sei. So sei für schwerwiegende Ereignisse ein Gottesdienst in der römisch-katholischen Votivkirche in Vorbereitung. Scharf: "Wir hoffen, dass die Vorkehrungen unnötig sind." Man werde nicht aus Sicherheitsgründen Kirchen zusperren.

ÖRKÖ-Vorsitzender Sturm kündigte einen offenen Schlussgottesdienst mit Pantomimen und Tanz auf dem Stephansplatz an. "Das Spiel der Freiheit soll auch von den Kirchen gespielt werden", so der ehemalige Bischof.

 
20.05.2008 | Lange Nacht der Kirchen erstmals in ganz Österreich

WIEN (epd Ö). Wenn am 30. Mai um 17.50 Uhr die Kirchenglocken die vierte Lange Nacht der Kirchen in Wien einläuten, dann ist es auch das Startsignal für die erste Lange Nacht in ganz Österreich. 524 Kirchen aller christlichen Konfessionen zwischen Bodensee und Neusiedlersee öffnen am 30. Mai die Türen und bieten 2.700 Programmpunkte. In der Zeit zwischen 18 Uhr und 1 Uhr wird in den Kirchen ein vielfältiges Programm angeboten, das einlädt, die Kirchen kennenzulernen und Raum schafft für Begegnung und Spiritualität.
Das detaillierte Programm aller Kirchen finden Sie im Internet unter www.langenachtderkirchen.at

 
08.05.2008 | Evangelikale hoffen auf Öffnung Birmas

R a n g u n (idea) – Hoffnung auf eine Öffnung Birmas nach dem verheerenden Tropensturm Nargis hat die Kommission für Religionsfreiheit der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA) zum Ausdruck gebracht.

Die Militärjunta in Rangun, die das südostasiatische Land weitgehend abgeschottet hat, will angesichts der großen Not ausländische Hilfe für die Betroffenen zulassen. Allerdings sitzen noch viele humanitäre Helfer, darunter auch ein medizinisches Einsatzteam der christlichen Organisation humedica (Kaufbeuren), im benachbarten Thailand fest und warten auf Einreisegenehmigungen. Die Vereinten Nationen drängen die Militärregierung, angesichts des Notstands die Visa-Regelungen zu lockern. Der Tropensturm war am 3. Mai mit bis zu 200 Kilometern pro Stunde über das Land gefegt und hat viele Gegenden verwüstet. Die Regierung gibt die Opferzahlen mit rund 22.000 an; andere Experten befürchten 100.000 Tote. 41.000 Menschen werden noch vermisst. Rund eine Million sind ohne Obdach.

WEA: Christen werden verfolgt
Die WEA-Kommission macht auf die schweren Menschenrechtsverletzungen durch die seit 1962 regierenden maoistischen Militärs aufmerksam. Das „gewalttätige“ und „korrupte“ Regime unterdrücke und verfolge ethnische Minderheiten, darunter auch Volksstämme wie die Karen, die stark christlich geprägt seien. Das Regime sehe religiöse Menschen als Bedrohung an. Aufgrund des brutalen Vorgehens gegen Minderheiten gebe es in Birma rund 540.000 Vertriebene. Etwa 200.000 Karen hielten sich in Flüchtlingslagern an der Grenze zu Thailand auf. Die meisten seien Christen. Von den 50 Millionen Einwohnern Birmas sind der WEA zufolge rund 70 Prozent Buddhisten, 8,7 Prozent Christen und 3,6 Prozent Muslime. Die WEA repräsentiert rund 420 Millionen Evangelikale weltweit.

 
01.05.2008 | Politik und Kirche heißen Christival-Besucher willkommen

B r e m en (idea) – Die höchsten politischen und kirchlichen Repräsentanten Bremens haben die fest 16.000 Teilnehmer des Christivals „herzlich willkommen“ geheißen.

Jens Böhrnsen (SPD)
Der Bremer Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD): Christlicher Glaube gut für die Gesellschaft.

Bei einem Empfang am 30. April im Rathaus der Hansestadt sagte Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD), wenn bei den Diskussionen über die Bibel klar werde, wie aktuell und lebendig der christliche Glaube sei, „dann ist das gut für die Stadt und unsere Gesellschaft. Möge viel von der Kraft des Glaubens in unsere Stadt hineinströmen“. Zur Diskussion um zwei von rund 230 Seminaren, die sich kritisch zum Thema Homosexualität – es wurde nach Protesten abgesetzt – und Abtreibung äußern, meinte Böhrnsen, jeder müsse das Recht auf eine „freie Persönlichkeit“ haben – auch im Blick auf eine ungewollte Schwangerschaft und die sexuelle Ausrichtung. Der Bremer Senat setze sich intensiv für die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebensformen ein. Der geistliche Repräsentant der Bremischen Evangelischen Kirche, Schriftführer Renke Brahms, sagte, auch die Kirche lege Wert darauf, dass die „Breite unterschiedlicher Lebensstile“ akzeptiert werde. Die Vielfalt zeichne die Bremer Kirche aus. Zu ihr gehörten auch Gemeinden, die der Evangelischen Allianz nahestehen. Grundsätzlich freue er sich, dass so viele Christen nach Bremen gekommen seien, um hier „ihren Glauben zu feiern“.

 
01.05.2008 | Christival: Gegnern mit der Liebe Jesu begegnen

B r e m e n (idea) – Angesichts von zum Teil gewalttätigen Protesten gegen das Christival hat dessen Vorsitzender Roland Werner (Marburg) die Teilnehmer zu Ruhe und Besonnenheit im Umgang mit den Gegnern aufgerufen. „Wir wollen allen Menschen in Bremen mit der Liebe Jesu begegnen und das Licht der Gnade leuchten lassen“, sagte er bei der Eröffnungsveranstaltung am 30. April auf der Bremer Bürgerweide, an der nach Angaben der Veranstalter rund 15.000 Jugendliche teilnahmen.

Christivall 200815.000 Jugendliche waren bei der Eröffnungs-veranstaltung dabei. Es gab Ausschreitungen bei der Gegendemonstration. Foto: Kretschel

Das gelte auch für die Menschen, die das Christival ablehnen, sagte er. Werner äußerte die Hoffnung auf „ein super Glaubensfest, bei dem wir unseren Glauben erneuern“. Zu dem Jugendtreffen werden bis zum 4. Mai rund 20.000 Teilnehmer erwartet. Parallel zur Christival-Eröffnung demonstrierte ein antisexistisches Bündnis „No Christival“. Daran beteiligten sich rund 450 Personen hauptsächlich aus der homosexuellen und linken Szene. Sie formierten sich wenige hundert Meter entfernt von der Christival-Eröffnung zu einem Protestzug. Etwa 100 Demonstranten durchbrachen die Absperrungen. Einige warfen Feuerwerkskörper. Ein Polizist wurde leicht verletzt. Zwei Personen wurden vorübergehend festgenommen. Gegen sie wird wegen Landfriedensbruch ermittelt, teilte der Ständige Polizeiführer, Stefan Kiprowski, idea mit.

Demonstranten: „Nie wieder Jesus“
Die Demonstranten skandierten Sprüche wie „Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat“, „Masturbieren statt Missionieren“ oder „Nie wieder Jesus“. Mehrfach wurden über Lautsprecher Evangelikale und Nazis in einem Atemzug genannt. In Flugblättern warfen Demonstranten den Christival-Veranstaltern „extrem konservative und rechte Weltbilder“ vor, „die gekennzeichnet sind von einer wortgetreuen Bibelinterpretation, Homophobie uns Sexismus“. Polizei-Vertreter Kiprowski zeigte sich von der teilweise eskalierenden Situation überrascht: „Mit diesem Verlauf haben wir nicht gerechnet.“ Für die angekündigte Protestkundgebung am 3. Mai müsse man sich nach diesen Erfahrungen anders einstellen. Zu Beginn der Demonstration waren etwa 40 Polizisten im Einsatz, aufgrund der Ausschreitungen wurden etwa 40 weitere Kräfte nachgeordert, hieß es.

Party von Christival-Gegnern in einer Kirchengemeinde
Neben der Demonstration hatte das Bündnis „No Christival“ noch weitere Veranstaltungen rund um das Jugendtreffen angekündigt. So fand am Abend des 30. April eine „Große Frauen/Lesben Walpurgisnacht-Party“ in der Bremer Friedensgemeinde statt. Deren Pastor, Bernd Klingbeil-Jahr, hatte zuvor in der linksalternativen „tageszeitung“ (taz) dem Christival eine „fundamentalistische Missionsarbeit“ vorgeworfen. Seine Gemeinde habe es deshalb abgelehnt, dem Treffen Räume zur Verfügung zu stellen.

Soziale Gerechtigkeit kein überflüssiger Luxus
Der Kabarettist und Evangelist Torsten Hebel (Berlin), sagte bei der Christival-Eröffnung, Christen seien daran zu erkennen, dass aus ihrem Glauben an Jesus Taten folgten. Der Lebensstil der ersten Christen sei deshalb so revolutionär gewesen, weil sie ihre Zeit und ihr Geld zum Wohl anderer investiert hätten. Das sollten Christen auch heute tun. Der christliche Glaube lasse sich nur mit Taten beweisen. Aus diesem Grund dürfe auch das Thema der sozialen Gerechtigkeit für Nachfolger Jesu kein überflüssiger Luxus sein. Er ermutigte die Jugendlichen, „aus der Komfortzone herauszukommen“ und ihren Glauben zu leben. Musikalisch gestaltet wurde der Eröffnungsabend von der JesusHouseBand sowie den Gruppen iThemba und October Light.

 
<< Start < Zurück 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Weiter > Ende >>

JPAGE_CURRENT_OF_TOTAL