Hebräer 6,19 (Luther)
Was für ein Vorrecht, einen Anker zu haben. Damit ein Anker funktionieren kann, müssen viele Dinge zusammenkommen. Zunächst muss der Anker zum Untergrund passen – denn der Untergrund ist ganz entscheidend dafür, dass ein Anker wirklich hält. Dann braucht es die passende Kettenlänge. Wenn diese und weitere Faktoren zusammenspielen, gibt ein Anker einem Schiff Sicherheit.
Gleichzeitig ist ein Anker keine Rundumsorglosgarantie. Er schützt nicht vor Wind, Wellen oder anderen Gefahren der Seefahrt. Und doch ist er unverzichtbar.
So ist es auch mit unserer Hoffnung auf unsere Erlösung. Der Bibeltext macht deutlich, dass der „Boden“, in dem unser Anker Halt findet, das himmlische Heiligtum ist – einen besseren Ort für einen Anker gibt es kaum. Entscheidend ist dabei, dass auch die „Kette“ hält, dass also unser Glaube auf dem Wort Gottes gegründet ist und sich in Herausforderungen bewährt hat.
Denn wir alle wissen: Stürme gehören zum Leben. Wir sind wechselnden Witterungen und starken Wellen ausgesetzt, und in solchen Zeiten ist die Zugkraft auf die Kette manchmal enorm. Gerade dann zeigt sich, wie tragfähig unser Glaube ist. Wie gut zu wissen, dass unsere Hoffnung verbunden ist bis in den Raum hinter dem Vorhang.
Die Neue Genfer Übersetzung bringt diesen Gedanken besonders schön zum Ausdruck:
„Diese Hoffnung ist unsere Zuflucht; sie ist für unser Leben ein sicherer und fester Anker, der uns mit dem Innersten des himmlischen Heiligtums verbindet, dem Raum hinter dem Vorhang.“
Unsere Hoffnung reicht weiter als alles Sichtbare. Sie ist nicht in unseren Umständen verankert, sondern in Gottes Gegenwart selbst.
Darum dürfen wir getrost leben – trotz der Stürme – weil unser Anker hält.
In Jesus verbunden,
Oliver Stozek
Generalsekretär Evangelische Allianz Österreich