Die Evangelische Allianz Österreich hat bei ihrer Ratsversammlung Ende Mai einen Wechsel an der Spitze ihres Vorstands vollzogen und einen überarbeiteten Ehrenkodex beschlossen. Damit setzt sie zwei wichtige Signale für die künftige Zusammenarbeit von Christen, Gemeinden und Werken in Österreich.

Ein Wechsel, der Dankbarkeit und Zukunft verbindet

Ein besonderer Moment der Ratsversammlung war der Vorsitzwechsel, der am 29. Mai im Rahmen einer feierlichen Festveranstaltung mit über hundert Gästen vollzogen wurde.

Nach über elf Jahren im Vorsitz übergibt Hans Widmann sein Amt an Andrea Sturm‑Lauter. Widmann hatte 2015 den Vorsitz übernommen und war in dieser Zeit von einem Anliegen getragen: Einheit stärken, Brücken bauen und Ressourcen bündeln, damit Christen in Österreich einander segnen und nicht alles „doppelt und dreifach neu erfinden“.

Der Vorstand würdigte seinen langjährigen Dienst und den prägenden Beitrag, den er in diesen Jahren für die Einheit innerhalb der Evangelischen Allianz sowie für das Miteinander von Christen in Österreich geleistet hat.
Die Laudatio hielt Christoph Grötzinger, ehemaliger Generalsekretär der Evangelischen Allianz Österreich.

Neue Vorsitzende: klare Leitung, starke Vernetzung, geistliche Tiefe

Mit Andrea Sturm-Lauter übernimmt eine neue Vorsitzende das Amt, die nationale und internationale Vernetzung, strategisches und analytisches Denken sowie geistliche Tiefe in besonderer Weise verbindet. Sie war bereits vom Vorstand gewählt worden; die offizielle Übergabe erfolgte im Rahmen der Ratsversammlung.
Oliver Stozek, Generalsekretär der Evangelischen Allianz Österreich, sagt über Andrea Sturm‑Lauter:

„Andrea Sturm-Lauter hat die Fähigkeit, weit zu sehen und gleichzeitig tief verwurzelt zu bleiben. Sie ist national und international hervorragend vernetzt, denkt strategisch und analytisch klar – und lebt aus einer geistlichen Tiefe, die Orientierung gibt.“

Ein Ehrenkodex, der Zusammenarbeit neu beschreibt

Neben dem Vorsitzwechsel lag ein zentraler Schwerpunkt auf dem Ehrenkodex. Während die Glaubensbasis festhält, wer zur gemeinsamen Grundlage gehört, formuliert der Ehrenkodex, wie Zusammenarbeit konkret gelebt werden soll.

Der überarbeitete Ehrenkodex wurde im Vorfeld breit abgestimmt und gemeinsam mit dem Rat vorbereitet. Er beschreibt verbindlich eine Kultur der Zusammenarbeit, die geistlich geprägt ist und zugleich auf Vertrauen, Wahrhaftigkeit, Transparenz und Verantwortung setzt.

Mit der Überarbeitung reagiert die Evangelische Allianz Österreich auf aktuelle Herausforderungen in christlicher Zusammenarbeit – darunter Fragen von Gewaltschutz, Medienverantwortung, Datenschutz und finanzieller Integrität. Während der bisherige Ehrenkodex stark regelorientiert war, setzt der neue bewusst beziehungs- und kulturorientierte Akzente. Er will nicht nur Orientierung geben, sondern eine Kultur stärken, in der Verantwortung, Respekt, Vertrauen und Verbindlichkeit bewusst gelebt werden.

Weitere Entscheidungen der Ratsversammlung

Die Ratsversammlung setzte darüber hinaus weitere personelle und inhaltliche Akzente.

Dr. Felix Böllmann (ADF) sprach in einem Vortrag über die Bedeutung von Einheit im gesellschaftspolitischen Bereich; im Anschluss gab es Gelegenheit zu Rückfragen.

Zudem wurden mit Paul Austerhuber und Miriam Gerhardter zwei neue Mitglieder in den Vorstand aufgenommen.

Mit dem Vorsitzwechsel, dem neuen Ehrenkodex und weiteren personellen Entscheidungen hat die Evangelische Allianz Österreich wichtige Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Einheit, Verantwortung und vertrauensvolle Zusammenarbeit künftig noch besser wachsen können.