Festveranstaltung am 1. Oktober 2026 im Wiener Rathaus
Die Allianz für den freien Sonntag Österreich feiert am 1. Oktober 2026, 14.00 Uhr im Wiener Rathaus ihr 25-jähriges Bestehen. Seit ihrer Gründung setzt sich die Sonntagsallianz für den Schutz des arbeitsfreien Sonntags und den Erhalt gemeinsamer freier Zeit als unverzichtbaren Bestandteil des gesellschaftlichen Zusammenhalts ein. Ihr gehören mehr als 50 Organisationen aus Kirchen, Gewerkschaften und der Zivilgesellschaft an.
Alle Medienvertreter:innen sind zur Festveranstaltung herzlich eingeladen!
Wien, 22.9.2026 – Der freie Sonntag ist weit mehr als ein arbeitsfreier Tag. Er ermöglicht Familien und Freunden gemeinsame Zeit, schafft Raum für ehrenamtliches Engagement, Kultur, Sport, Erholung und religiöses Leben. Die Allianz setzt sich dafür ein, dass dieser gesellschaftliche Freiraum auch in Zukunft erhalten bleibt und nicht Schritt für Schritt wirtschaftlichen Interessen opfert wird.
In den vergangenen 25 Jahren hat die Allianz zahlreiche Informations- und Bewusstseinskampagnen durchgeführt, Stellungnahmen zu Gesetzesvorhaben veröffentlicht und sich gegen eine Ausweitung der Sonntagsarbeit insbesondere im Handel ausgesprochen. Mit der Kampagne „Mein freier Sonntag“ wurde zuletzt sichtbar gemacht, welchen Wert der Sonntag für Familien, Freundschaften, Vereine, Ehrenamt, Sport und Glauben besitzt.
Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl, der Sprecher der Allianz in der Österreichischen Bischofskonferenz betont: „Unsere Zeit ist geprägt von einer überbordenden Rasanz. Viele, wenn nicht fast alle Menschen, sind ständig erreichbar und getrieben. Gerade deshalb ist die Bedeutung des freien Sonntags aktueller denn je.“
Auch Philipp Kuhlmann, gewerkschaftliche Sprecher der Allianz, bekräftigt:
„Auch wenn sich die Welt in den letzten 25 Jahren durch Globalisierung und Digitalisierung stark verändert hat, bleibt der Wert von gemeinsamer freier Zeit bestehen. Daran ändern auch Onlinehandel und Automatisierung in Geschäften nichts. Gerade arbeitende Menschen haben nur dann Zeit für gemeinsame Aktivitäten, wenn möglichst viele gleichzeitig frei haben und keine anderen Verpflichtungen bestehen. Der Sonntag unterbricht die Diktatur des Marktes.“
„Der freie Sonntag ist gemeinsame Zeit für Familie und Freund:innen sowie echte Erholung. Gleichzeitig bildet er das Fundament für ehrenamtliches Engagement und ein lebendiges Vereinswesen“, sagt Silvia Hruška-Frank, Direktorin der Arbeiterkammer und ergänzt „Der freie Sonntag bietet einen Gegenpol zu ständiger Verfügbarkeit, Konsumzwängen und wachsenden Belastungen in der Arbeitswelt. Gerade wegen dieser essenziellen Bedeutung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ist der arbeitsfreie Sonntag für uns als Interessenvertretung der Arbeitnehmer:innen unverzichtbar. Als Mitglied der Allianz für den freien Sonntag blickt die Arbeiterkammer Wien mit Stolz auf 25 Jahre gemeinsamen Einsatz für den arbeitsfreien Sonntag zurück und setzt sich auch weiterhin mit Nachdruck für seinen Erhalt ein.“
ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian unterstreicht die Bedeutung des arbeitsfreien Sonntags: „Die ständigen Rufe nach der Sonntagsöffnung im Handel ignorieren bewusst die Fakten: Die Mehrheit der Österreicher ist ebenso wie viele Unternehmer klar gegen eine Sonntagsöffnung – von den Beschäftigten ganz zu schweigen. Das deutliche Nein der Betroffenen ist für uns ein klarer Auftrag, keine Öffnungszeiten und rechtlichen Rahmenbedingungen zuzulassen, die nicht die Interessen der Betroffenen berücksichtigen.
Der ÖGB ist Gründungsmitglied der Allianz für den freien Sonntag in Österreich. Seit 25 Jahren setzen wir uns gemeinsam dafür ein, dass der Sonntag als gemeinsamer freier Tag erhalten bleibt. Diesen Kampf werden wir auch in Zukunft gerne weiter unterstützen. Die Sonntagsöffnung im Handel muss die Ausnahme bleiben.“
Wer könnte besser erkennen, welchen Wert gemeinsame freie Sonntagszeit für alle hat, als jene, die sonntags arbeiten? Die Sonntagsallianz dankt allen, die an diesem Tag arbeiten müssen. Sie setzt sich aber dafür ein, dass diese Tätigkeiten Ausnahmen bleiben und die Arbeit am Sonntag nicht zur Regel wird. Dazu zählen das Gesundheitswesen, die Pflege, die Energieversorgung, die Sicherheit und der öffentliche Verkehr.“ sagt der Vorsitzende der Kath. Arbeitnehmer:innen Bewegung Österreich, Hubert Gratzer und führt weiter aus: „Die Notwendigkeit der Allianz zeigt sich auch immer wieder bei Versuchen am arbeitsfreien Sonntag mit irgendwelchen Argumenten Sonntagsarbeit zu fordern. Einer allein könnte da nicht standhalten. Eine so große Allianz hat da schon sehr viel erreicht und auch verhindert.“
Matthias Hauer, Vorstandsmitglied der Bundesjugendvertretung sagt: „Der freie Sonntag bedeutet auch für junge Menschen, dass sie Zeit mit Familie und Freund:innen verbringen und sich von der Arbeit erholen können. Wäre der Sonntag ein regulärer Arbeitstag, würde das definitiv zur Einschränkung sozialer Kontakte führen. Auch das freiwillige Engagement in Kinder- und Jugendorganisationen wird durch den freien Sonntag ermöglicht.“
„Der Sonntag ist nach wie vor der einzige Wochentag, an dem ein Großteil der Erwerbsbevölkerung gleichzeitig Freizeit hat. Insbesondere für die Beschäftigten im Einzelhandel ist er der einzige verlässliche und planbare freie Tag für soziale Kontakte, körperliche Erholung und mentale Entlastung. Gerade jetzt, in einer Zeit, in der rechtsextreme Einstellungen in der breiten Bevölkerung immer mehr Zustimmung erfahren, brauchen wir den Sonntag als den Tag, an dem so viele Menschen wie möglich gleichzeitig frei haben und sich am gesellschaftlichen Leben einbringen können. Synchrone freie Zeit ist für politische Teilhabe unverzichtbar“, betont Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer von der Gewerkschaft ver.di aus Deutschland.
Hendrik Meerkamp, Senior Policy Adviser der CESI von der Europäische Konföderation Unabhängiger Gewerkschaften und Vertreter im Lenkungsausschuss der European Sunday Alliance, fügt hinzu: “Die gesetzlichen Regelungen zur Sonntagsarbeit unterscheiden sich in den Ländern Europas erheblich – bei Umfang, Ausnahmen und Schutzmechanismen. Gemeinsam muss ihnen die Grundidee erhalten bleiben, dass der Sonntag als wöchentlicher Ruhetag einen besonderen Schutz verdient und Sonntagsarbeit kein Normalfall ist. Dahinter steht ein gemeinsames Anliegen, das Menschen in ganz Europa miteinander verbinden: Verlässlich gemeinsame freie Zeit für Erholung, Familie, Freundschaften und gesellschaftliches Miteinander zu bewahren.”
Im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung wird Univ.-Prof. i. R. Dr. Sieglinde Rosenberger in einem Festvortrag zum Thema „Demokratie braucht einen freien Sonntag“ die Bedeutung gemeinsamer freier Zeit für Demokratie, gesellschaftlichen Zusammenhalt und politische Teilhabe beleuchten.
Anschließend diskutieren Vertreter:innen aus Arbeiterkammer, Kirchen, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft über den gesellschaftlichen Wert gemeinsamer freier Zeit sowie die Herausforderungen einer zunehmend flexibilisierten Arbeitswelt.
Mit dieser Festveranstaltung setzt die Allianz für den freien Sonntag ein starkes Zeichen für den Erhalt des freien Sonntags und für eine menschenfreundliche Zeitkultur, die Begegnung, Erholung, Engagement und gesellschaftlichen Zusammenhalt fördert.
Termin:
Donnerstag, 1. Oktober 2026, 14.00 – 16.00 Uhr
Wiener Rathaus – Volkshalle, Eingang: Lichtenfelsgasse 2
Link zur Einladung: Einladung-01.10.26_25-Jahre-SonntagsAllianz-A5.pdf