Johannes 11,35

Wir stehen am Anfang der Passionszeit – einer Zeit, in der wir uns auf Karfreitag und Ostern vorbereiten. Und gerade jetzt passt dieser Vers, weil er uns hilft, Aspekte Gottes zu entdecken, die wir sonst leicht übersehen.

Auch wenn man darüber diskutieren könnte, warum Jesus hier weinte, können wir dennoch einiges festhalten. Zum einen zeigt uns die Stelle, dass Jesus – und damit auch die ganze Gottheit – Gefühle hat und diese auch ausdrückt. Es wird von einer ganzen Reihe von Emotionen gesprochen, die Jesus durchlebt: Zorn, Schmerz und wohl auch Mitgefühl mit den Trauernden. Obwohl er den großen Plan im Blick hatte und wusste, dass er Lazarus auferwecken würde, bewegte es ihn tief, wie es Maria und den anderen ging. In dieser Situation begegnet er sogar Menschen, die über ihn reden und versuchen, seine Emotionen auszunutzen.

Wir erleben Jesus hier ganz als Mensch – und zugleich ganz als Gott, indem er Lazarus von den Toten auferweckt.

Deshalb möchte ich euch ermutigen: Ganz egal, welche Zeiten ihr erlebt, ob herausfordernd oder nicht – wir dürfen wissen, dass Jesus mit uns mitfühlen kann und es auch tut. Dass es einen guten Plan gibt, auch wenn wir ihn nicht sehen. Dass Gott nie die Kontrolle verliert und uns nicht für unsere Emotionen verurteilt.

Darum ist es für uns eine Hoffnungsbotschaft, wenn wir Jesus weinend sehen.

In Jesus verbunden,
Oliver Stozek
Generalsekretär Evangelische Allianz Österreich