Liebe Freunde,

mich bewegen zwei Gedanken, wenn ich diesen Vers lese. Zum einen die Selbstverständlichkeit, mit der von der Einheit des Menschen gesprochen wird. Unser Herz, unsere Seele und unsere Kraft können wir nicht voneinander trennen, ohne Schaden zu nehmen. Gott hat uns nach seinem Ebenbild als Einheit von Geist, Seele und Leib geschaffen. Immer wieder tauchen Ideen auf, die zum Beispiel den Geist oder die Seele überbetonen. Das sehen wir heute in einer Abwertung der Bedeutung des Körpers („Mein Körper hat keine Bedeutung für mein Sein“), das konnten wir aber auch schon bei den alten Griechen oder im Mittelalter beobachten. Dieser Vers macht deutlich, dass wir Gott mit allem, was wir sind, lieben sollen.

Der zweite Gedanke, der mich beschäftigt, ist die Aufforderung, Gott zu lieben. Johannes erklärt in seinem ersten Brief (1 Joh 4,19), wie dieser „Befehl“ zu verstehen ist: Wir lieben ihn, weil er uns zuerst geliebt hat. Er hat seine Liebe darin gezeigt, dass er auf diese Welt gekommen ist und für uns gestorben ist. Unsere Liebe zu ihm gründet sich nicht auf unsere eigene Anstrengung oder Leistung, sondern ist eine Reaktion auf das, was er für uns getan hat. Er hat eine vollkommene Erlösung für unseren Geist, unsere Seele und unseren Leib erwirkt.

Und weil wir das erkannt haben, haben wir ihm unser ganzes Leben gegeben – nicht nur unser Herz, sondern alles, was wir sind. Unseren Leib, unseren Besitz, unseren Intellekt, unsere Gefühle, unseren Geist …

Für mich ist das ein ermutigender Vers und eine Einladung, auch in diesem Jahr neu darauf zu achten, dass ich ihn liebe und ihm folge mit allem, was ich bin und habe. Er ist es wert.

In Jesus verbunden,

Oliver Stozek
Generalsekretär Evangelische Allianz Österreich